Schulleiter fühlen sich ausgebootet
03.04.2008 | 20:41 Uhr 2008-04-03T20:41:34+0200Halver. Aufwendungen zur Instandhaltung der Schulen bis 2011 hat die Verwaltung im Haushaltsplan festgelegt. ...
... Doch die Maßnahmen an den Schulen stießen bei den Rektoren im Schul- und Kulturausschuss am Mittwochnachmittag auf Verwunderung und Ablehnung. Von Matthias Clever Modernisierung der Beleuchtung - 60 000 Euro. Lüftungsanlage für die Sporthalle und Aula - 150 000 Euro. Für das Haushaltsjahr 2010 hat die Verwaltung diese Umbaumaßnahmen an der Realschule eingeplant. "Zwei Zahlen, die mich aus den Socken ge-hauen haben", sagte Hartmut Wächter. Für den Leiter der Realschule waren die Maßnahmen vollkommen neu. "Bin ich vollkommen fehl am Platz, dass die Verwaltung inzwischen solche Maßnahmen nicht mehr mit mir abspricht?", fragte er im Schul- und Kulturausschuss.
Er könne zwar einsehen, dass solche Modernisierungen nach 40 Jahren angebracht seien, aber es gäbe wichtigere Arbeiten: Eine Beschattung für die Südseite sowie ein Aufenthaltsraum seien dringlicher. "Bisher war das Argument, dass kein Geld da ist. Jetzt sehe ich, für welche bauliche Zwecke Geld ausgegeben werden soll und sehe, dass dabei die Pädagogik vollkommen auf der Strecke bleibt", zürnte Wächter.
Der Freundeskreis der Realschule habe vorgeschlagen, einen Aufenthaltsraum mit 10 000 Euro zu bezuschussen. Eine Lösung sei nicht gefunden worden. Im Gegenteil: Oft seien schriftliche Anfragen und Anträge nichtmals beantwortet worden.
AFG: Wasser kommt aus den Wänden
Eine Erfahrung, die auch Beate Segieth machte: "Ich habe bei der Verwaltung schriftlich angegeben, dass dringende Sanierungsmaßnahmen anstehen. Im Haushalt kommt davon nichts vor. Das Gebäude ist bald 100 Jahre alt - da ist es doch einleuchtend, dass mehr als nur die Grundleitungen saniert werden müssen", so die Leiterin der Lindenhofschule. Der Haushaltsplan sieht für 2011 lediglich diesen Posten vor.
Andere Sanierungsmaßnahmen bei der Lindenhofschule - Fehlanzeige.
Ein ähnliches Problem hat auch Hans Beinghaus am Anne-Frank-Gymnasium: "Der gesamte naturwissenschaftliche Bereich ist nass. Das Wasser kommt richtig aus den Wänden, die Wände schimmeln." Das Bauamt habe lediglich gesagt, dass kein Geld zur Verfügung stehe, so der Schulleiter. "Jetzt müssen die Maßnahmen aufs Tapet. Die Schulleiter müssen bei solchen Entscheidungen künftig mit ins Boot - Entscheidungen, die ohne uns getroffenen werden, sind scheinbar zu realitätsfern."
Ausschussvorsitzender Werner Lemmert (UWG) sagte zu, dass das AFG den naturwissenschaftlichen Bereich nicht "zur Schwimmhalle umfunktionieren muss". Seiner Meinung nach müsse vor allem die Kommunikation zwischen Verwaltung und Schule verbessert werden.
Lemmert: Mehr miteinander reden
Im Finanzarbeitskreis sowie im Bau- und Hauptausschuss will Lemmert das Vorgehen bei Anträgen seitens der Schulen thematisieren: "Es kann nicht sein, dass Entscheidungen über den Kopf der Schulleiter hinweg getroffen werden. Die Baumaßnahmen müssen ins pädagogische Konzept passen."
Hartmut Wächter machte abschließend deutlich, dass Halver sich nicht den Titel Schulstadt auf die Fahnen schreiben könne: "Die großen Projekte werden aus der Schulpauschale - also durch Mittel des Landes - bezahlt. Halver sollte auch mal für seine Schulen in die eigene Tasche greifen." Helmut Crestani, Fachbereich Finanzen, betonte, dass im Etat kein Spielraum sei, außer es werde benannt, wo zu sparen sei. "Dies kann wohl nicht die Aufgabe der Schulen sein, der Verwaltung zu sagen, wo gespart werden kann", konterte Wächter und erntete Zustimmung. 3. Lokalseite
08:28
Es ist nicht die Aufgabe der Schulleiter, der Verwaltung zu sagen (wo in ihrem Bereich) gespart werden kann. Aber es ist ihre Aufgabe zu sagen wo das Geld ausgegeben werden muss......Aha.