Packendes Spiel um Liebe und Betrug
20.02.2010 | 06:23 Uhr 2010-02-20T06:23:00+0100Halver. Unter dem Titel „Sturm und Klang” bot die Literatur-AG des Anne-Frank-Gymnasiums am Freitagabend ein unterhaltsames Probgramm aus Musik, Gedichten und Theater.
Die Schüler der Jahrgangsstufe 12 brachten dabei von ihnen selbst komponierte Stücke, sowie eigene Gedichte auf die Bühne.
Die Idee zu dem Abend stammt von Jan Weber, der auch den Großteil der Texte schrieb. Mit Improvisationen zu „Joshua fit the Battle of Jericho”, stimmte Lara Matz am Klavier die Besucher auf den Abend ein. Dann begrüßten Herr Reich und Herr Ranicki das Publikum.
Alexander Scherer und Ruben Schmidt lamentierten, gestikulierten, nörgelten den ganzen Abend über eindeutig unterhaltsamer als ihr Vorbild und ihr herrliches Lispeln brachte dem, wie sie sich nannten „lyrischen Duett” endgültig die Sympathien des Publikums ein.
Die beiden Moderatoren ergänzten sich als seien sie eine Person und machten mit ihren Dialogen die Moderation des Abends zu einem eigenen Programmpunkt.
Gefragt, ob es nicht schwierig gewesen sei, die Parodie einzuüben, antwortete Ruben Schmidt später: „Es war ehr schwieriger, nach zwei Stunden wieder normal zu sprechen.” Nur kurz ging das „lyrische Duett” auf die Epoche des „Sturm und Drang” ein, bevor es einlud: „Begrüßen Sie nun mit uns den werten Herrn Weber.”
Dann wurde es leise im Saal und das Publikum hörte das erste von mehreren Gedichten. Die Texte trafen die Stimmungslage des Publikums.
Gummibärchen als
Preis abgelehnt
Das war übrigens durchaus altersgemischt und bestand nicht nur aus Mitschülern, Freunden oder Eltern der Akteure.
Nach dem Gedicht nahmen Reich und Ranicki auf einer Couch Platz, die vermutlich aus der Zeit des Sturm und Drang (oder so ähnlich) stammte und analysierten den Text.
Die Ausführungen endeten: „Die Aussage ist: Jeder soll seine eigenen Fähigkeiten ausleben.” Weiter ging es mit dem Song „You have just to trust” vorgetragen von Hendrik Ehrenthal und Dragan Petkovic. Ranicki bekannte, dass er in der deutschen Sprache ehr als in der englischen Zuhause sei, gleichwohl erhielt er viel Beifall, als er „Ju häv djast the trast – du musst nur Vertrauen”, wiederholte.
Um Freundschaft, Vertrauen, Betrug, Liebe und dem Ausbrechen aus überkommenen Strukturen ging es im Theaterstück: „Hermes und die Liebe.” „Marcel, ich muss sagen, ich bin sprachlos und das ist selten bei mir”, bekannte Ranicki am Ende.
„Man erinnere sich an die inneren Monologe der einzelnen Darsteller”, fügte er hinzu. Am Ende wollte der eine Miesepitter seinem Partner noch zwei Tüten Gummibärchen überreichen. Aber es kam wie es kommen musste: „Nein, ich nehme diesen Preis nicht an”, lehnte der zur Freude der Zuschauer ab wie sein großes Vorbild den Preis ab.
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