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Ohne Marken bleiben Bürger auf Müll sitzen

03.12.2007 | 19:17 Uhr

Halver. 100 Jahre Rathaus. Stehpulte und Stammbücher, die handschriftlich geführt wurden, sind Geschichte. Im alten Gemäuer arbeitet eine moderne Stadtverwaltung. Wie und was verwaltet wird, zeigt der WR-Adventskalender. ...

... Bis Weihnachten öffnen wir täglich eine Tür im Rathaus und ermöglichen Ihnen ungewohnte Einblicke. Von R. Kahlke "Wir haben jetzt Hochsaison", sagt Gerhard Scharfenberg, Sachbearbeiter im Steueramt. Während Annett Siegel (19), Auszubildende in der Stadtverwaltung, Müllmarken eintütet, berechnet Scharfenberg am PC Grundstücksflächen.

Gebührenbescheide, Grundbesitzabgaben, Gewerbesteuer.

Alles geht über den Tisch oder durch den PC im Steueramt. "Alles, was direkt vom Bürger zu bezahlen ist, wird hier beschieden", schildert Scharfenberg. Zum Jahresende gibt es Arbeit in Hülle und Fülle.

Erst in der letzten Ratssitzung werden die neuen Gebühren- oder Steuersätze beschlossen.

Dann müssen die Bescheide verschickt werden. Schon Wochen vorher werden die Müllmarken und Abfallkalender eingetütet. "Damit die Abfuhr lückenlos erfolgt", erklärt Scharfenberg. Ohne neue Marken bliebe die Mülltonne zum Jahresbeginn stehen.

Annett Siegel muss in diesen Tagen über 6 000 Kuverts bestücken und Listen abhaken, damit die Bürger nicht auf ihrem Müll "sitzen" bleiben.

"Mit der Vorbereitung sind das zwei Monate Arbeit", rechnet Scharfenberg hoch. Stichtag ist zwar der 1. Dezember für die Berücksichtigung der Haushalte. Doch mit dem Eintüten wird vorher begonnen. "Das wäre sonst nicht zu schaffen", sagt Scharfenberg.

Die Müllmarken kommen auch direkt ins Haus. Die Azubis der Verwaltung stecken die Kuverts mit den Müllmarken in die Briefkästen.

Das ist billiger als der Postversand und hat einen Nebeneffekt. "So lernen sie auch die Straßen in der Stadt kennen", schmunzelt Scharfenberg.

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