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Brandschutzbedarfsplan

Ohne Drehleiter geht gar nichts

03.12.2009 | 17:53 Uhr

Halver. Weil die stetig zunehmenden Aufgaben der Feuerwehr nicht durch immer mehr Personal abgedeckt werden können, setzen Feuerwehr und Stadt Halver in ihrem gemeinsam erarbeiteten Brandschutzbedarfsplan auf eine bessere technische Ausstattung der Wehr.

Ganz oben auf der Liste steht eine Drehleiter. Die Anschaffung wäre eigentlich noch in diesem Jahr notwendig – doch sie würde mit 500 000 Euro zu Buche schlagen. Andere notwendige Ersatzbeschaffungen für Fahrzeuge, die größtenteils älter als 20 Jahre sind, summieren sich bis zum Jahr 2013 auf weitere 1,36 Millionen Euro. „Das ist kein Wunschzettel der Feuerwehr, sondern der Brandschutz ist eine ganz wichtige Pflichtaufgabe der Stadt”, unterstrich Ulrich Schumacher von der Stadtverwaltung bei der Vorstellung des Planes am Mittwochabend. Am Montag, 14. Dezember, soll der Rat über den Entwurf abstimmen.

Der letzte Brandschutzbedarfsplan stammt aus dem Jahr 2001. Der damalige Rat hatte einen Erreichungsgrad der Schutzziele von 80 Prozent beschlossen. Als Schutzziele gelten zum einen die Fristen, innerhalb derer die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort sein sollten, und die Funktionsstärke, d.h. wie viele Spezialisten innerhalb welcher Zeit am Einsatzort sind. Ein Erreichungsgrad von 80 Prozent bedeutet, dass in vier von fünf Fällen beide festgelegten Parameter erfüllt sein müssen.

Wesentlichen Einfluss auf die Hilfsfrist hat natürlich die technische Ausstattung der Wehr. Nach Aussage von Wehrleiter Stefan Czarkowski werden Brände im Durchschnitt 3,5 Minuten nach ihrem Ausbruch an die Leitstelle gemeldet. Dort werden etwa 1,5 Minuten benötigt, um den Notruf aufzunehmen. Anschließend gehen Experten von einer achtminütigen Frist aus, bis die ersten Hilfskräfte am Einsatzort sind. „Innerhalb dieser acht Minuten müssen wir von Zuhause zum Gerätehaus fahren, uns umziehen, in die Fahrzeuge und zur Einsatzstelle fahren.” Addiert man diese Zeiten, kommt man auf 13 Minuten – das ist genau die Frist, die ein Mensch mit Rauchgasinhalation laut Experten hat, um noch gerettet werden zu können. Jede Minute Verzögerung kann schwerwiegende Folgen haben. Für eine mögliche Reanimation stehen nur vier Minuten mehr zur Verfügung. Muss die Drehleiter also erst aus Nachbarstädten nachalarmiert werden, ist es in der Regel schon zu spät. Dass viele Nachbarkommunen bereits über eine Drehleiter verfügen, „hat seinen Sinn”, so Schumacher.

Der Einsatz von Steckleitern – ab dem dritten Obergeschoss gesetzlich verboten, so Czarkowski – bindet zusätzliches Personal. Außerdem berichtet der Wehrleiter von zunehmenden Problemen mit der Rekrutierung von Einsatzkräften, vor allem tagsüber. Eine Faustformel besagt, dass an Sonn- und Feiertage jeder vierte alarmierte Feuerwehrmann zum Einsatz kommen kann, während der üblichen Arbeitszeit sogar nur jeder sechste. Die Folgerung: Durch bessere Ausstattung muss die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr und damit die Sicherheit der Einwohner sichergestellt werden.

Dirk Maximowitz

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