„Niemand muss in Halver draußen übernachten“
08.02.2012 | 14:55 Uhr 2012-02-08T14:55:00+0100Halver.Durch Mark und Bein gehen die derzeit eisigen Temperaturen. Glücklich, wer sich ins Warme retten kann. Doch ein Dach überm Kopf ist keine Selbstverständlichkeit. Kürzlich rief NRW-Sozialminister Schneider die Städte dazu auf, unkonventionelle Hilfe für Obdachlose bereitzustellen, um sie vor dem Kältetod zu bewahren. Welche Schutzmöglichkeiten haben wohnungslose Menschen in Halver?
Nach Auskunft von Johann Klaßmann vom städtischen Fachbereich 2 – Bürgerdienste und zuständiger Ansprechpartner bei der Unterbringung nichtsesshafter Personen gibt es in Halver zwei Unterkünfte am Bahnweg. „Derzeit leben dort 16 Personen.“ Dies seien allerdings so genannte Dauerbewohner, die etwa aufgrund einer Zwangsräumung ihr Heim verloren hätten. „Einige leben dort schon seit Jahren.“
Nachdem es kürzlich eine Anfrage „von jemandem aus Lüdenscheid gab, der nach Halver kommen wollte, von dem ich dann in der Folge aber nichts mehr gehört habe“, liege ihm aktuell – insbesondere vor dem Hintergrund der extremen Kälte – nichts vor, erklärt Klaßmann.
In Halver gebe es „kein klassisches Obdachlosenmilieu“, weiß Polizeihauptkommissar Torsten Hecker zu berichten.
Kein klassisches Milieu
Wenn sich nichtsesshafte Personen im Stadtgebiet aufhielten, seien dies in der Regel Durchreisende. „Doch diese sind momentan aufgrund der Witterung weniger mobil.“
Bislang habe sich bei der Polizei niemand gemeldet, der wegen der Kälte dringend eine Unterkunft gesucht hätte. „Über bestimmte Szenen kennen die meisten jemanden, bei dem sie unterkommen können“, erklärt Hecker. „Grundsätzlich ist es aber auch kein Problem, über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt eine Unterkunft zu finden.“
Den „typischen Obdachlosen“ gebe es hier nicht, so Thomas Gehring, Leiter des Fachbereichs 2 zur Lage in Halver. „Diese Szene wie in anderen Städten ist hier nicht vorhanden.“ Es handele sich in aller Regel um Einzelfälle, „und selbst das kommt so gut wie nie vor, dass jemand bei uns vorstellig wird, weil er kein Dach über dem Kopf hat“.
Dennoch: „Es ist zwar bisher noch nie eingetreten, dass nichts mehr frei war, aber selbst in diesem Fall würden wir irgendwie noch ein Zimmer für denjenigen finden“, erklärt Johann Klaßmann die Vorgehensweise, falls sich aufgrund der Kältewelle eine ungewohnt hohe Nachfrage einstellen sollte. „Im akuten Notfall müssten wir Bewohner zusammenlegen, wie in anderen Städten üblich.“ In Halver müsse niemand draußen übernachten, eine Lösung würde sich finden. „Wir sind für die Leute verantwortlich.“
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