Mit Sparstrumpf aus der Krise
12.08.2009 | 19:29 Uhr 2009-08-12T19:29:00+0200
Halver. Wenn produzierende Unternehmen mit ihren Materialien sparsam umgehen, können sie viel Geld sparen.
Diese einfache Einsicht hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zunutze gemacht und ein Förderprogramm für mittelständische Unternehmen aufgelegt. Die Halveraner Firma Mayweg profitiert nun von diesem Projekt.
„Materialeffizienz” nennt sich das Zauberwort, mit dem Unternehmen wie die Firma Mayweg künftig sparen können. Das Halveraner Unternehmen produziert Kunststoffteile. „Wenn wir nun eine Kunststoffwand nur einen Zentimeter dünner machen, dafür aber mit einer Folie den gleichen Schutz vor Kratzern und Schlieren erreichen, können wir beim Material sparen und bei der Einspritzung Energie sparen”, erklärt Geschäftsführer Bernd Jannack.
Hartmut Schauerte, Staatssekretär des BMWi, ist überzeugt von dieser Einsparmöglichkeit: „Die größeren Kosten der Unternehmen liegen beim Material, nicht bei den Mitarbeitern.” Er warnt: „Unternehmer sollten deshalb nicht immer auf die Mitarbeiterkosten schimpfen, das demotiviert nur die Angestellten.” Wichtiger sei es, „das richtige Material sparsam einzusetzten, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.”
Um dem Mittelstand unter die Arme zu greifen und damit auch der Firma Mayweg, wurde das „Impulsprogramm Materialeffizienz” entwickelt. Gestern überreichte Hartmut Schauerte dem Geschäftsführer von Mayweg, Bernd Jannack, den Bewilligungsbescheid für eine Potenzialanalyse. Zusammen mit dem Kunststoffinstitut Lüdenscheid schaut Jannack nun nach Einsparmöglichkeiten, „die nicht zu Lasten der Qualität gehen”, betont der Mayweg-Geschäftsführer.
Konkret geht es aber nicht nur darum bei den Produkten an Material zu sparen. Auch die Werkzeuge müssen besser werden, damit die Firmen weniger Ausschuss produzieren. Genauso lassen sich Kosten beim Energieverbrauch, bei der Entsorgung, beim Produktionsprozess und bei der Lagerung sparen. „Wer beim Material spart und die Mitarbeiter dabei einbezieht, schafft einen hohen Motivationsschub in der Belegschaft”, verspricht Dr. Claudia Ritter, stellvertretende Agenturleiterin der Deutschen Materialeffizienzagentur. Seit drei Jahren bemüht sich die Agentur Materialeinsparungen populär zu machen.
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