Leerstände stellen erhebliches Risiko dar
07.07.2010 | 17:56 Uhr 2010-07-07T17:56:00+0200
Halver.Die Wirtschaftskrise hat auch vor der Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle nicht Halt gemacht. Die Zahl der Wohnungskündigungen nahm Ende 2009 rapide zu, außerdem konnten im vergangenen Jahr nur zwei Baugrundstücke verkauft werden. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Gesellschaft für das Jahr 2009 hervor. WHS-Geschäftsführerin Andrea Craen bleibt aber trotzdem zuversichtlich: „Die Tendenz bei den Neuvermietungen ist positiv.“
Und auch im Baubereich scheint es aufwärts zu gehen. „Wir haben in diesem Jahr bereits zwei Grundstücke im Baugebiet Lütgenheide verkauft“, sagte Craen gestern auf Anfrage der WR – so viele wie im gesamten Jahr 2009. Damit stehen in der Lütgenheide nun noch ca. 17 Grundstücke zur Verfügung, im Baugebiet Neuen Herweg, in dem im vergangenen Jahr kein einziges Grundstück an den Mann gebracht werden konnte, sind noch 14 Parzellen zu haben.
Um weitere Leerstände zu verhindern, modernisiert die WHS ihren Wohnungsbestand schon seit Jahren in erheblichem Umfang. Im Jahr 2009 wurden dafür mehr als 2,7 Millionen Euro ausgegeben – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 19,4 Prozent. Dafür wurden 58 leerstehende Wohnungen komplett sowie zehn Badezimmer in bewohnten Wohnungen saniert, Dächer von Häusern in Halver und Schalksmühle erneuert, Abwasserleitungen an Häusern am Oesterberg und der Südstraße saniert, Fenster ausgetauscht sowie alle Wohnungen und Hausflure des Bestandes mit je einem Rauchmelder ausgestattet.
Diese Ausgaben sind auch der Hauptgrund für den deutlich geminderten Jahresüberschuss. Gut 372 000 Euro verdiente das Unternehmen im Jahr 2009; im Vorjahr waren es noch 724 000 Euro. Trotzdem können die finanziellen Anforderungen aus der laufenden Bestandspflege, die Deckung der Fremdkapitalzinsen und die jährliche Dividendenzahlung laut Craen weiterhin erfüllt werden. Auch mit Blick auf die zukünftige Entwicklung ist die Geschäftsführerin zuversichtlich: „Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Steigerung des Vermietungserfolges eingeleitet.“ Sowohl die Vermietungsprozesse als auch die Verwaltungsabläufe seien im Interesse der Mieter und Kunden zeitgemäß angepasst worden.
Mit weiterer „konsequenter Sanierung und Modernisierung des Hausbesitzes“ soll eine langfristige Vermietung des Bestandes gewährleistet werden. Zentrale Risiken sieht Craen aus heutiger Sicht vor allem „in einem erheblichen Angebotsüberhang und den damit verbundenen Leerständen sowie steigenden Mietzinsausfällen“.
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