Klinik jederzeit besetzt
12.02.2010 | 22:00 Uhr 2010-02-12T22:00:00+0100Halver. Wer aktuell den augenärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen muss, der wird beim Blick in den Notfallplan der WR einen Schreck bekommen: Bis zum 18. Februar ist Dr. Christine Roberts die richtige Anlaufstelle. Die Ärztin praktiziert in Bad Berleburg – ein weiter Weg.
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hatte zum Jahreswechsel die Notdienstbereiche neu zugeschnitten. Sie wurden weiter gefasst.
Für Helfer, nicht für Hilfesuchende
Die Begründung: Die Dienstfrequenz sei zu hoch gewesen. Auch hätten Ärzte Probleme, Nachfolger zu finden. Zu unattraktiv, nicht zuletzt wegen der Notdienstregelung, habe es geheißen. Man habe also etwas tun müssen, „um die Attraktivität für den Nachwuchs zu steigern und gegenüber anderen Bundesländern konkurrenzfähig zu bleiben”, hatte Ina Retkowiz, Pressereferentin der KVWL, bereits Anfang Januar erläutert.
Diese Aussagen machten klar: Die Vereinigung hatte die Helfer, nicht die Hilfesuchenden im Blick. Ein Grund, warum nun Dr. Susanne Kaskel-Paul, aktiv wird. Sie ist Direktorin der Augenklinik in Lüdenscheid-Hellersen und betonte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: „Im Notfall muss niemand bis Bad Berleburg fahren. In unserem Haus ist an 7 Tagen der Woche 24 Stunden lang jemand zur Stelle, um zu helfen.” Diese Aussage dürfte für viele eine Beruhigung sein. Aber nicht nur darum geht es der Ärztin: „Wir werden über die neue Bereichseinteilung im Zusammenhang mit unserer Klinik reden, um Zuständigkeiten zu regeln und uns offiziell mit ins Boot zu holen.”
Und am Schluss gibt's nochmals eine Aussage zur Beruhigung möglicher Patienten: „Eine Einbindung unserer Hauses würde nicht bedeuten, dass wir dann Notdienste nur noch nach Plan absolvieren. Wir verstehen uns als Haus der Maximalversorgung und halten immer jemanden vor, der sich um Notfälle kümmert.” Auch in Zukunft.
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