Kleine Schatzkarten am Laternenpfahl
14.05.2007 | 02:24 Uhr 2007-05-14T02:24:20+0200Halver. Ein bisschen was haben sie von einer Schatzkarte: 8,70 Meter zurück, dann 4,20 Meter nach links... Aber wer ihren kryptischen Anweisungen folgt, landet nicht bei einer Truhe Gold, sondern bei Wasserschiebern und Hydranten. Die Rede ist von Hinweis
Bitte was? Berechtigte Frage! Dabei weiß wohl jeder, wie sie aussehen: meistens blau, gelb oder weiß-rot, mit einem T-Kreuz und merkwürdigen Zahlen und Buchstaben. Sie hängen auch in Halver an vielen Laternenpfählen, Ampeln, Häusern oder Pfosten.
Aber einen Vorwurf kann man wohl keinem machen, der nicht durch die Hinweisschilder-Sprache steigt. Denn verstehen sollten sie so wirklich nur zwei Gruppen, sagt Friedhelm Holzrichter, technischer Leiter der Stadtwerke.
Erstens: Autofahrer. Für sie zählen die Hydrantenschilder in rot und weiß. "Es wird versucht, unterirdische Hydranten nicht so zu platzieren, dass sie unter einer Parkfläche liegen", sagt Holzrichter. Falls es doch mal passiert, bittet er, die Autofahrer darum, mitzudenken: "Hier sollte nicht geparkt werden".
Und zweitens: Angestellte eines Versorgungsunternehmens oder der Feuerwehr. Ihnen weisen die Schilder den Weg zu Hydranten und zu sogenannten Schiebern - Absperrventilen, mit denen einzelne Leitungsabschnitte geschlossen werden können. "Das ist dann sinnvoll, damit wir nur einzelne Haushalte vom Wasser abschneiden müssen und nicht gleich den ganzen Stadtteil", sagt Holzrichter.
Eine Situation, die auftreten kann, wenn Wartungsarbeiten nötig sind oder gar ein Rohr bricht - wie vorige Woche in der Hagedornstraße (die WR berichtete). "Da mussten wir auch abschiebern", sagt Holzrichter.
Insbesondere bei widrigen Witterungsbedingungen sind die Hinweisschilder für Holzrichter Gold wert: "Wenn Schnee liegt, dann sehe ich ja nicht, wo die Schieber liegen."
Ein Schilder kostet die Stadtwerke um die zehn Euro, plus Montage, sagt Holzrichter. Ein Betrag, der sich schnell summiert, weil Vandalen immer wieder Schilder zerstören - "leider Gottes kommt das häufig vor, dass jemand aus Spaß und Dollerei etwas kaputtmacht", sagt Holzrichter. Dagegen wappnen sich Stadtwerke und Schilderhersteller mit robusteren Schildern: Die sind aus Alus statt aus Kunststoff.
0mitdiskutieren