Im Kuba gehen wieder die Lichter aus
15.12.2009 | 22:00 Uhr 2009-12-15T22:00:00+0100Halver. Im Halveraner Kulturbahnhof gehen mal wieder die Lichter aus. Die Stadtverwaltung hat der Pächterin Lara Figge gestern die Kündigung ausgesprochen.
„Das Konzept ist nicht aufgegangen”, bedauert Kämmerer Markus Tempelmann im Gespräch mit der Westfälischen Rundschau.
Es ist der zweite Pächterwechsel nach dem Weggang von Rüdiger Borgmann, der das Lokal zehn Jahre lang betrieben hatte. Die jetzt gekündigte Pächterin hatte sich nur wenige Monate gehalten, ihr Vorgänger circa ein Jahr.
„Sehr kurzfristig”, so Tempelmann, würden die Türen der Brasserie am Ende der Bahnhofstraße geschlossen. Interessenten können sich bei der Stadt unter (0 23 53) 73 102 melden. Die Lage im Gastronomiebereich ist momentan nicht rosig. Das weiß auch der Stadtkämmerer. „Rauchverbot und Wirtschaftskrise” führt er an. „Die Leute gehen nicht mehr so oft essen.” Zuweilen würde es den Wirten aber auch am Engagement fehlen. „Wir wollen die Brasserie im Kulturbahnhof aber aufrecht erhalten”, betont er.
Stadt sucht neue Interessenten
Jetzt sei die Stadt Halver auf Interessenten angewiesen. Und die sollten möglichst ein schlüssiges Konzept mitbringen. „Wir können schließlich kein Konzept erarbeiten und dazu den passenden Pächter suchen”, macht Tempelmann deutlich. Den Standort der Brasserie hält er nach wie vor für gut. Einrichtung und Ambiente würden immer wieder gelobt. Dazu kämen bequeme Parkmöglichkeiten. Eigentlich sei der Gastronomiebetrieb, den die Brauerei großzügig renoviert hat, „gut aufgestellt”.
Dass die Stadt Halver den großen Kulturbahnhofs-Saal für Feiern jeglicherArt vermietet, sieht Markus Tempelmann nicht als Hindernis: „Wir sind bereit, Brücken zu bauen.” Will sagen: Bei der Vermittlung des Saals könnte mit dem Pächter zusammengearbeitet werden, damit dieser „seine Dienstleistungen offensiv präsentieren kann”. Das sei eine der Anforderungen, die die Stadtverwaltung an einen künftigen Brasserie-Betreiber stellen werde.
Neben der Brasserie im Kulturbahnhof ist bereits ein weiterer Gastronomiebetrieb in der Bahnhofstraße „dicht”. Im „Fässchen” mussten die Türen abgeschlossen werden. Mitte Januar soll es hier unter neuer Leitung weiter gehen.
22:26
Was würden unfähige Gastronomen ohne das Rauchverbot machen? So haben sie imer eine perfekte Ausrede, wenn sie scheitern. Ich bin selbst Geschäftsmann. Wenn ich beim Verkauf nur auf ein Viertel der Bevölkerung setzen würde (außerdem auch noch das schlechter verdienende Viertel), und die Interessen von drei Viertel unberücksichtigt lassen würde, könnte ich zumachen. Aber es sind nun mal drei Viertel der Menschen Nichtraucher, also kann mir keiner sagen, dass man mit Nichtraucherschutz kein Geschäft machen kann.
Übrigens hat der Wirt aus Tübingen, der vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Rauchverbot erfolgreich geklagt hatte, vor kurzem auch seinen Laden zugemacht. Und das obwohl dort geraucht werden durfte, und er letztes Jahr immer gejammert hat, dass er zumachen könne, wenn die Leute nicht mehr rauchen könnten. Nun ist er pleite trotz (oder wegen?) Raucherlaubnis in seinem Lokal.
22:59
Rauchverbot und Wirtschaftkrise sollen schuld sein? Unvermögen, Inkopetenz und Überforderung waren viel mehr die Gründe!
Ich kann nicht verstehen wie die Stadt, meiner Meinung nach, absolut unqualitfizierte Pächter aussuchen konnte. Dem Hörensagen nach hatte der Lebensgefährte der Pächterin zuvor in Lüdenscheid ein Lokal geführt, welches ebenso ein böses Ende nach sich zog. Vor diesem Hintergrund war die Entcheidung der Stadt für diese Pächter absolut nicht nachvollziehbar.
Lange Wartezeiten,miserable Qualität der Küche und keinerlei Innovation deuteten diesen Untergang schon sehr früh an. Der Küchenchef hat meiner Meinung nach nichtmal die Bezeichnung möchtegern Hobbykoch verdient.
Desweiteren wird die Vermietung des Saals an den Beerpong Verein mit Sicherheit nicht förderlich gewesen sein. Wer will schon von betrunkenen Jugendlichen auf dem Weg zur Toilette, von der Seite angeüpöbelt werden, um anschließend auf einem total versautem Klo sein Geschäft zu verrichten.
Die Stadt muss dahingehend ziemlich umdenken. Ein Konzept wie von Martinez stattdessen mit moderateren Preisen, einer eher gut bürgerlichen Küche und weiterhin der Kuba Night, wäre mit Sicherheit eine Bereicherung für die Stadt Halver.