Hegering rüstet sich für die Wildschweinjagd
20.07.2008 | 12:07 Uhr 2008-07-20T12:07:00+0200Halver. Auf laufende Keiler schossen 25 Mitglieder des Hegerings Halver am Samstag am Schießstand Breckerfeld-Ehringhausen. Damit rüsteten sich die Waidmänner für Drück- und Ansitzjagden auf Wildschweine.
Denn die milden und schneelosen Winter sorgen bei Schwarzwild für Hochkonjunktur. Die Borstentiere sind zwar von Natur auf Frosttemperaturen eingerichtet, doch das milde Klima und die damit verbundenen vielen Bucheckern und Eicheln aus dem Herbst sorgen dafür, dass sich die Wildschweine momentan wie im Schlaraffenland fühlen müssen. „Durch zwei Winter ohne Schnee, sind die Lebensbedingungen für Schwarzwild momentan sehr gut", weiß Bernd Volkenrath, Vorsitzender des Hegerings Halver. Tagelang könnten sich Tiere im dichten Unterholz verstecken und brauchten nur ein paar Schritte zur nächsten Eichel- oder Bucheckernmast zu laufen. Den Jägern passt dieses „Schweineparadies" absolut nicht in ihre Abschussplanungen: „Die Wildschweine haben sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Zum Jagen können wir heute nicht mehr auf Schnee warten. Wir müssen mit der Jagd auf die Frischlinge bereits im Sommer beginnen", so Volkenrath. Früher habe man auf Schnee und Frost gewartet, denn wenn der Boden tief gefroren sei, müssten die Wildschweine weite Strecken für die Suche nach Nahrung zurücklegen. Die Jäger vermissen den Schnee, denn eine geschlossene Schneedecke würde ihnen anhand der Fährten verraten, wo die Wildschweine den Tag verbringen. Dadurch habe sich der Bestand überdurchschnittlich vermehrt. Die Folge: Grünlandschäden, also Wiesen, die auf der Suche nach Nahrung umgepflückt wurden. Außerdem tummeln sich die Borstentiere derzeit in Raps-, Getreide- und Maisfeldern. Um dies zu verhindern wurde auf „laufende Keiler" aus Blei geschossen. Auf eine Distanz von 60 Metern wurden insgesamt fünf Schüsse abgegeben. „Wir schießen heute getreu dem Motto: Je mehr ich übte desto mehr Glück hatte ich bei der Jagd", so Volkenrath. Dabei sei die Waffe wie das Handwerkszeug des Jägers daher brauchten die Waidmänner ihre eigenen Gewehre mit. Geschossen wurde mit jagdtauglicher Munition, um eine echte Situation zu simulieren. Um noch vertrauter mit dem Umgang mit seiner Waffe zu werden, bietet der Hegering Anfang September zwei Termine mit einem Büchsenmachermeister der Firma Wilhelm Steinbach an. „Da wird nochmal ein prüfender Blick geworfen. Für jeden der Teilnehmer wird sich richtig Zeit genommen", verspricht Schießobmann Bernd Müller, der sich im Wettschießen am Samstag gegen die anderen 24 Jäger durchsetzten konnte. Zweiter in der Wertung wurde Christian Dicke vor Hermann Kraus.
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