Gezielte Förderung für Jeden
08.02.2012 | 16:01 Uhr 2012-02-08T16:01:00+0100
Halver.„Das Konzept der individuellen Förderung schrittweise noch stärker ins Zentrum der schulischen Arbeit rücken“ – so lautete Ziel des NRW-Schulministeriums, als es das „Gütesiegel individuelle Förderung“ schuf. Die Städtische Gemeinschaftshauptschule Halver hat es erreicht. Die Ganztagsschule an der Mühlenstraße ist seit einem halben Jahr eine von landesweit 88 Gütesiegelschulen.
Drei Schwerpunkte überprüft
„Jeder Schüler hat laut Schulgesetz Anspruch auf individuelle Förderung“, erklärt Schulleiter Heribert Müller stolz über die Auszeichnung – wenn auch die Bewerbung letztlich eine logische Konsequenz der pädagogischen Arbeit war, zu der auch die Einbindung integrativer Lerngruppen in den „normalen“ Schulalltag zählen.
Konkret habe eine Kommission drei ineinander verzahnte Schwerpunkte auf Förderwürdigkeit hin überprüft, so Berufswahlkoordinator Theo Kleinhofer. „Die Berufswahlorientierung, das Trainingsraumkonzept, mit denen Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit und Konzentrationsfähigkeit vermittelt werden, sowie die Förderbänder.“ Bei letzteren werden die Schüler – nach eingehender Diagnose ihrer Stärken und Schwächen in Klasse 5 – klassenübergreifend von zwei bis drei Lehrern differenziert unterrichtet.
„Wir fragen bei jedem Schüler: Wo sind die Stärken, wo braucht er Hilfe?“, sagt Antje Neumann, Koordinatorin für den Förderbereich – mit dem Ziel, „den Schüler dort abzuholen, wo er steht“, das Beste in ihm ans Licht und ihn zur Ausbildungsreife zu bringen.
Ein Konzept mit messbaren Erfolgen, so Müller mit Blick auf die hohen Übergangszahlen ins Berufsleben, was auch der engen Kooperation mit heimischen Firmen geschuldet sei. „2010 hatten wir eine Übergangsquote von 52 Prozent, bei landesweit 12 Prozent, und 2011 sogar eine von 60 Prozent.“
Sichtbar sei der Erfolg aber vor allem am – individuellen – Schicksal. „Wir haben ehemals lernbehinderte Schüler, die vor der mittleren Reife stehen“, so Neumann. „Ich denke da an eine Schülerin aus Tunesien, die in Klasse 7 kein Deutsch konnte, nur die arabische Schrift beherrschte und am Ende einen guten Hauptschulabschluss erreichte“, fügt Theo Kleinhofer hinzu. „Und sowas baut einen auch persönlich auf“, so Heribert Müller.
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