Ein Platz für Biesterfeld Renette
02.12.2011 | 20:42 Uhr 2011-12-02T20:42:00+0100
Halver. Wild aus dem Jagdrevier Brenscheid kann sich in zwei bis drei Jahren an leckeren Äpfeln, Zwetschgen und Birnen laben. Mitpächter Peter Holthaus und einige Mitstreiter aus dem Hegering Halver haben gestern auf einem Stück Brachland den Grundstein für eine Streuobstwiese gelegt.
Bis allerdings Äpfel der alten Sorte Biesterfeld Renette mit ihrem sehr saftigen, gelben und mürben Fruchtfleisch und anderes Obst auf dem Speisenplan von Reh, Wildschwein und Co. landen, kann es ein Weilchen dauern. „Wenn der Baum schon nächstes Jahr Früchte tragen soll, wäre das Kinderarbeit“, sagt Thomas Bette.
Förderung durch den Landesjagdverband
Erst müssten sich die tragenden Äste ausbilden, damit die schweren Früchte den Baum nicht ruinierten. Der Halveraner Baumfachmann unterstützte die Jäger gestern bei der Anpflanzung der insgesamt neun Bäume.
Der Hegering Halver hat bereits in den vergangenen Jahren einige Heckenanpflanzungen vorgenommen. Erstmals bestand in diesem Jahr die Möglichkeit, auch Obstbäume zu pflanzen. Das Geld dafür stellte der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen, der Biotop-Pflege und besondere Hegemaßnahmen fördert, zur Verfügung.
Die Streuobstwiese liegt auf dem Weg nach Edelkirchen. Sie soll den Lebensraum des Wildes, aber auch anderer, nicht jagdbarer Tiere wie zum Beispiel Singvögeln, aufwerten. Die Männer vom Hegering sind froh, dass Landwirt und Verpächter Klaus Jannack diese Anpflanzung zulässt. „Wir dürfen in der Pacht zwar jagen“, erläuterte Peter Holthaus. „Für alle anderen Maßnahmen benötigen wir die Zustimmung des Eigentümers.“
Organisiert und durchgeführt wurde die Hegemaßnahme von Mark Holthaus. Er fungiert im Hegering Halver als Obmann für Naturschutz und Biotop-Hege.
Dass auch erfahrene Waidmänner immer dazu lernen können, erfuhr die Gruppe von Thomas Bette. Der Experte und Berater im Halveraner Baumverein hatte die dicken Pfähle, die die Bäume stützen werden, südlich der Stämmchen angebracht. „So liegen sie im Hochsommer im Schatten“, sagte Thomas Bette. Die Rinde der Obstbäume sei sehr empfindlich und könne unter zu starker Sonneneinstrahlung sogar reißen.
Für 2012 plant der Hegering Halver eine weitere Streuobstwiese. Dann geht es richtig zur Sache. „Wir wollen etwa 30 Bäume pflanzen“, kündigte Mark Holthaus an. Für ihn sind solche Maßnahmen auch ein Stück aktiver Naturschutz.
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