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Betrug rechnet sich nicht

14.02.2012 | 17:04 Uhr
Betrug rechnet sich nicht

Halver.Mit gefälschten Rechnungen von Lieferanten hatte eine 53-jährige Geschäftsfrau aus Halver den Fiskus genarrt und über 130 000 Euro Steuern hinterzogen. Ihr Sohn (30) hatte sie dabei unterstützt. Gestern mussten sich Mutter und Sohn vor dem Hagener Amtsgericht verantworten.

Rechnungen gefälscht

Im Tatzeitraum zwischen März 2009 und April 2010 hatte der „hilfsbereite“ Sohn für seine Mutter – damals Metallhändlerin in Halver – an seinem Computer Rechnungen ausländischer Lieferanten erstellt. Die gefälschten Rechnungen hatte die bis dato unbescholtene Unternehmerin steuerlich geltend gemacht. So hatte sie dem Finanzamt rund 133 000 Euro Umsatz- und Einkommensteuern vorenthalten. Dann war das Ganze aufgeflogen.

Gestern saßen Mutter und Sohn auf der Anklagebank. Zunächst schwiegen beide zu den Vorwürfen. Dann, nach einem Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung, ließen sie ihre Anwälte für sich sprechen. Verteidiger Lutz Mollenkott erklärte für den Angeklagten: „Der Vorwurf wird so eingeräumt.“

Rechtsanwalt Thorsten Merz formulierte es für seine Mandantin ähnlich. Spätestens jetzt flossen bei der 53-Jährigen die Tränen unaufhaltsam, während ihr Sohn eher erstarrt wirkte.

Ihr Geständnis, das den Prozess erheblich verkürzt haben dürfte, und der Umstand, dass beide Angeklagte zuvor nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, sprachen für sie. Außerdem, darauf verwies Verteidiger Thorsten Merz in seinem Plädoyer, seien die Folgen des Verfahrens bitter. „Die Firma existiert nicht mehr. Sie befindet sich in Insolvenz.“ Strafschärfend indes fiel die erhebliche Schadenshöhe ins Gewicht.

Urteil rechtskräftig

Ein Gefängnisaufenthalt blieb Mutter und Sohn letztlich erspart. Die ehemalige Metallhändlerin wurde am Ende zu einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der „Nachwuchs“ kam mit acht Monaten Haft auf Bewährung davon. Von der Verhängung von Geldauflagen sah das Gericht ab. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

Sylvia Mönnig

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