Arm fährt auf 32 Meter Höhe aus
11.08.2011 | 19:00 Uhr 2011-08-11T19:00:00+0200
Halver. Seit Ende der 90er Jahre kursiert ein Modellauto in den Reihen der Feuerwehr. Es ist eine Drehleiter. Sie bedeutet gleichsam die ständige Mahnung, ein solches Rettungsfahrzeug anzuschaffen.
Jetzt kann Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski das Modell aus dem Hause Wiking getrost in die Vitrine stellen. Im Oktober wird ein hochmodernes Teleskop-Hubrettungsfahrzeug aus dem Hause Metz anrollen.
Gestern stellen Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, Thomas Gehring vom Fachbereich Bürgerdienste und der Stadtbrandinspektor das neue Fahrzeug vor.
Für Bürgermeister Dr. Bernd Eicker bedeutet der Wagen mit der Typenbezeichnung Metz B 32 (auf einem MAN-Fahrgestell) einen erheblichen Zugewinn an Sicherheit. „Unser Ziel war es, die Sicherheit unserer Bürger deutlich zu erhöhen.“ Nach dem Brand an der Eichendorffstraße sei ihm die Bedeutung eines solchen Fahrzeugs nochmals deutlich vor Augen geführt worden. Bei dem Vorfall im Mitte April dieses Jahres brannte eine Wohnung im fünften Stock eines größeren Miethauses. Feuerwehrleute und Polizisten wurden verletzt. Bei einem verzweifelten Rettungsversuch hatten Betroffene sogar ein Kind vom Balkon nach unten gereicht. Das alles passierte, bevor die in Brügge stationierte Drehleiter der Lüdenscheider Wehr nach 25 Minuten am Einsatzort eintraf.
„Mit dem neuen Fahrzeug haben wir deutlich verkürzte Hilfsfristen“, verdeutliche Stadtbrandinspektor Stefan Czarkowski. Der im Gerätehaus an der Thomasstraße zentral stationierte Wagen könne von dort aus in kürzester Zeit zum jeweiligen Einsatzort fahren. Mit einer Drehleiter herkömmlicher Art ist der neue Teleskop-Hubrettungswagen nicht zu vergleichen. Er verfügt über einen an mehreren Stellen knickbaren Teleskoparm, der in den einzelnen Abschnitten ins sich nochmals hydraulisch verschiebbar ist. Somit kann der Metz B 32 auch an unzugänglichen Stellen sehr flexibel eingesetzt werden. Das erfuhr bei einem Test auch Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Im Korb des 32 Meter langen Teleskoparms fuhr er über das Rathausdach und an der anderen Seite wieder ein Stück herunter. „Beeindruckend“, erinnerte sich der Rathaus-Chef.
Zehn Wehrleute zur
Maschinistenausbildung
Das Fahrzeug genießt in den Planungen der Stadt hohen Stellenwert. Es zählt zu den wichtigsten Investitionen, dem Brückenbau über die Ennepe und dem Fensteraustausch an der Ganztagsschule. Die Anschaffung wurde im Brandschutzbedarfsplan gefordert. Diesen hatte der Rat einstimmig beschlossen.
Bald werden zehn Feuerwehrleute eine Maschinistenausbildung bei Metz erhalten. „Sonst darf das Fahrzeug das Werk in Karlsruhe gar nicht erst verlassen“, sagte Stefan Czarkowski. Die Auswahl der Kandidaten müsse sorgfältig erfolgen. „In erster Linie müssen wir dabei auf die Tagesverfügbarkeit der Kameraden achten.“ Das könne zu Problemen führen. Schließlich gebe es eine Reihe von Feuerwehrleuten, die ihre Arbeitsstätte außerhalb von Halver hätten.
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