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Heribert Müller

„Allen Schülern gerecht werden“

12.02.2012 | 16:07 Uhr

Halver.„Auch im kommenden Schuljahr wird es die Hauptschule geben“, betont GTS-Schulleiter Heribert Müller vor dem Hintergrund der aktuellen Sekundarschuldiskussionen und nicht zuletzt mit Blick auf die in der kommenden Woche anstehenden Neuanmeldungen an der Städtischen Gemeinschaftshauptschule an der Mühlenstraße.

„Es wird auf jeden Fall einen fünften Jahrgang geben, selbst wenn wir die Mindestgröße unterschreiten sollten“, stellt Müller im Gespräch mit der WR klar. „Wer sich also für das nächste Schuljahr als Hauptschüler anmeldet, wird uns auch als Hauptschüler verlassen. Ebenso ist es mit den Schülern, die bereits angemeldet sind. Wenn überhaupt, würde die Hauptschule jahrgangsweise auslaufen.“

Nichtsdestotrotz hält der Schulleiter die Sekundarschule grundsätzlich für „den einzig gangbaren Weg“ unter Berücksichtigung des demografischen Wandels, „der Reaktionen erfordert“.

Hauptschule bleibt unerlässlich

„Ich spreche vorrangig für die Schüler, die in Halver leben und wohnen“, betont Heribert Müller das aus pädagogischer Sicht in seinen Augen unerlässliche Weiterbestehen der Hauptschule, um den Anspruch auf individuelle Förderung erfüllen zu können. Dennoch habe sie mit Imageproblemen zu kämpfen. „Von der pädagogischen Arbeit her ist die Hauptschule keineswegs ein Auslaufmodell, sie wird gebraucht, aber sie wird landesweit nicht mehr angenommen.“ Die „problematischen Zahlen“ sprächen in diesem Zusammenhang leider eine eindeutige Sprache.

Trotzdem müsse man „allen Schülern eines Ortes gerecht werden“, und daher sei es wichtig, „eine Möglichkeit zu schaffen, kreativ zu sein und geeignete Organisationsformen zu finden“. Die Schule müsse nach geeigneten Lösungen suchen, um ein solches Angebot vorhalten zu können, und hier biete sich die Sekundarschule an. „Sie ist mittel-, aber ganz sicher langfristig die Perspektive, die in diesem Zusammenhang in allen Städten und Gemeinden besteht.“

Dem Argument seitens der Kritiker, die Sekundarschule sei nicht erprobt, begegnet der GTS-Schulleiter gelassen. Das liege in der Natur der Sache. „Natürlich ist sie nicht erprobt, wie auch? Sie ist schließlich neu. Vieles ändert sich, aber es ändert sich schon länger was“, so Müller. „Sicher ist sie nicht erprobt, aber es ist Aufgabe der Pädagogen, die Neuerung umzusetzen – und ich traue ihnen ohne weiteres zu, diese Aufgabe zu erfüllen. Auf uns als Hauptschule sind schon immer Veränderungen zugekommen, und denen haben wir uns immer gestellt – man denke nur an das Thema Inklusion, das wir als erste angepackt haben.“

Einwände zur Einführung der Sekundarschule aus Nachbarstädten, alles gehe viel zu schnell, könne er nur bedingt nachvollziehen, immerhin gebe es „Handlungszwänge“, meint Müller, auch wenn man nicht übereilt handeln sollte. Dennoch: „Ich denke, man sollte sich einfach auf den Weg machen.“ Die „pädagogische Füllung“ der neuen Form obliege ohnehin den Fachkräften vor Ort. „Und das zu übernehmen, halte ich für absolut machbar. Die neue Schulform beinhaltet pädagogische Konzepte, die wir hier seit Jahren praktizieren.“

Simone Mylonas

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