Zwölf Steine der Erinnerung
06.12.2011 | 17:32 Uhr 2011-12-06T17:32:00+0100
Haspe. Zwölf Stolpersteine erinnern in Haspe an die Deportation von jüdischen Mitbürgern zu Zeiten der NS-Diktatur. Der Verein Stolpersteine sowie die Bezirksvertretung, engagierte Bürger und Christian-Rohlfs-Gymnasium sowie die Gesamtschule Haspe haben das Projekt unterstützt.
In jenem Haus, in dem heute das Reiseunternehmen Wikinger residiert, haben sie einst gelebt. Helga, Johann und Max Heilbronn. Gegenüber hatte die Familie ihr Textilgeschäft. Dann kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Und nichts war für die Juden in Haspe mehr, wie es einmal war. Am 27. Juli 1942 wurden Helga, Johann und Max nach Auschwitz deportiert und im Konzentrationslager ermordet. Messingblöcke erinnern an der Kölner Straße 20 an ihr Schicksal.
Namen in Geschichte verankert
Es sind drei von zwölf Stolpersteinen, die dafür sorgen, dass die Namen der Deportierten in der Hasper Stadtgeschichte fest verankert sind. Der Föderverein Stoplersteine Hagen hat sie in Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung Haspe sowie Hasper Privatpersonen, dem Christian-Rohlfs-Gymnasium und der Gesamtschule Haspe verlegen lassen. „Wir wollen jenen jüdischen Mitbürgern ein Denkmal setzen, deren Schicksal in Vergessenheit zu geraten droht“, so Thomas Hammermeister-Kruse, Vorsitzender des Vereins. „Die Steine sind zugleich Mahnung, Diskriminierungen auch heute nicht hinzunehmen.“
An der Kölner Straße 20, an der Voerder Straße 58, an der Tillmannsstraße 9 sowie an der Straße Auf dem Steinbrink 9 hat der Künstler Gunter Demnig Steine verlegt. Beendet ist die Aktion im Hagener Westen damit noch nicht. „Es muss noch viel mehr jüdische Familien geben, die von Haspe aus in Konzentrationslager gebracht wurden“, so der ehemalige Bezirksbürgermeister Jochen Weber, der zu den Stolperstein-Sponsoren zählt, „über viele ist heute nur noch wenig bekannt.“
An Einzelheiten interessiert
Das weiß auch Uli Schnell, der sich für den Verein Stolpersteine, der in Hagen und Hohenlimburg bereits 64 Steine verlegt hat, engagiert. „Wir sind an weiteren Einzelheiten natürlich interessiert.Über die betroffenen Familien ist nur wenig bekannt.“
Mehr weiß man über die Vorschriften, unter denen Juden zu Zeiten der Nazi-Diktatur zu leiden hatten. Gina Brese, Yvonne Mohn und Katrin Schinner, Schülerinnen des Christian-Rohlfs-Gymnasiums, riefen sie noch einmal in Erinnerung. Beispiele: „Verboten war Juden die Benutzung von Kraftwagen, die Benutzung öffentlicher Badeanstalten, die Benutzung von Parkbänken, die nicht gelb gestrichen waren, der Besuch von Gaststätten, der Bezug von Fleisch, Fisch und vielen anderen Lebensmitteln.“
Weiter Informationen im Internet unter der Adresse www.stolpersteine-hagen.de
11:36
Ich kann meinem Vorredner nur beipflichten. Wir sollten nie wegschauen, auch wenn es unbequem und gefährlich werden kann. Leider passiert es mittlerweile viel zu oft, dass unter Jugenlichen mit besonderem Hintergrund das Wort "Jude" als Schimpfwort benutzt wird. Da darf man nicht wegschauen oder es ignorieren!! Schreitet man dagegen ein, wird man noch als "Nazi" beschimpft!! Der Antisemitismus ist wieder unter uns, aber diesmal sind es nicht die Deutschen...
Ich wünsche der Aktion Stolpersteine noch gutes Gelingen und hoffentlich bleibt es nicht nur bei Lippenbekenntnissen eines Schuldkultes, sondern hoffentlich entwickelt sich eine Zivilcourage gegen JEGLICHEN Anitsemitismus und eine echte Solidarität mit Israel!!
22:25
Also ich war anfangs gegen diese Stolpersteine. Aber nach einigen Jahren habe ich mir angewöhnt, sie immer zu lesen.
Natürlich kann es für die Anwohner zunächst ein ungutes Gefühl bedeuten, weil es auch eine Anklage ist.
Aber es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass gerade in den Häuser hinter diesen Steinen noch Täter wohnen. Also ist es eher ein Anstoß für die Bewohner der Häuser, auch einmal nachzufragen, wer dort vertrieben und getötet wurde. Es sind ja keine Anklagen gegen die Nachfahren der Täter; es sind legitime Denkanstöße für jetzt und später, dass man eingreift, wenn es mal wieder so weit ist.
Und da schließe ich mich meinem Vorredner an:
Das gilt für alle, nicht nur für Deutsche. Ich denke da auch an die Hassparolen unserer moslemischen Mitbürger in Richtung Israel, der Kurden und der Armenier. Das Ausmaß ist sicher nicht vergleichbar, aber das war es zu Anfang der Nazis auch nicht.
18:26
Klasse Aktion. Antisemitismus darf in Deutschland keinen Platz mehr geboten werden. Egal ob von deutschen Antisemiten oder von muslimischen.