Zweifel an 15-Millionen-Investition für Hengstey

Die Hagener SPD möchte von unabhängigen Experten überprüfen lassen, ob und in welchem Umfang eine Ertüchtigung des Wasserwerks in Hengstey tatsächlich notwendig ist. Der Rat wird in seiner März-Sitzung voraussichtlich für einen Erhalt der Erzeugung am bisherigen Standort votieren. Die Genossen kritisieren, dass es zu der im Raum stehenden 15-Millionen-Euro-Ertüchtigung durch eine weitere Reinigungsstufe bislang lediglich die Expertise der Enervie gebe.

Andere Stimmen weisen hingegen darauf hin, dass die im Rohwasser des Wasserwerks enthaltenen Spurenstoffe offenbar in so geringer Konzentration vorhanden seien, dass weitere technische Maßnahmen – wenn überhaupt – in der angedachten Dimensionierung gar nicht sinnvoll und notwendig wären. Daher speisen die Genossen jetzt einen umfangreichen Fragenkatalog in den Umweltausschuss ein, um die offenen Fragen im Detail abklären zu lassen. Offenbar liege in Hengstey eine andere Situation vor als beispielsweise am Alternativ-Standort in Westhofen.

Ruhr künstlich verlegt

Die SPD erinnert daran, dass zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die Ruhr im Bereich des jetzigen Wasserwerks Hengstey durch Abschneiden einer Ruhrschleife künstlich verlegt worden sei. Somit fließt die Ruhr heute im Bereich des Hengsteysees oberflächlich in einem neuen Bett, die eigentlichen Brunnengalerien des Wasserwerks liegen hingegen weit davon entfernt im Bereich des alten Flussbetts. Damit, so die Vermutung der Sozialdemokraten, stamme das Trinkwasser weitgehend aus dem durch Flussschotter vorgereinigten Ruhrwasseruntergrund und sei somit kaum beeinträchtigt von den kritischen Qualitätsschwankungen des Oberflächenwassers.

Diese seien aber der Auslöser für das „Programm reine Ruhr“, das wiederum darauf abziele, Spurenstoffe aus dem Oberflächenwasser mit weiteren Reinigungsstufen herauszufiltern. Vor diesem Hintergrund, so der politische Vorstoß, sei es dringend geboten, die Hengsteyer Trinkwasserqualität durch unabhängige Gesundheitsbehörden prüfen zu lassen, um den von Enervie angeführten Investitionsdruck objektiver bewerten zu können.