Zuwanderung stellt Schulplanung auf den Kopf

Die Hauptschule Vorhalle wird weiter genutzt.
Die Hauptschule Vorhalle wird weiter genutzt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Hauptschule Vorhalle muss nicht umziehen. Hintergrund sind immer mehr Flüchtlinge in Hagen, die die Schulentwicklungsplanung auf den Kopf stellen.

Vorhalle.. Die Hauptschule Vorhalle wird nicht wie geplant im Sommer geschlossen, sondern auf absehbare Zeit als Schulstandort erhalten bleiben. Hintergrund sind die massiv anwachsenden Flüchtlingsströme, die es erforderlich machen, weitere Klassenräume zur Verfügung zu stellen.

Allein im ersten Halbjahr mussten acht neue Auffangklassen, u.a. an der Realschule Emst und der Hauptschule Boelerheide, für Kinder aus Zuwanderer- und Flüchtlingsfamilien gebildet werden. Derzeit bestehe schon wieder Bedarf für zwei weitere Klassen, heißt es aus dem Schulamt. Und wenn die Zuwanderung in der jetzigen Größenordnung anhalte, dann müssten bis Schuljahresende noch einmal acht Auffangklassen gebildet werden.

Kein Umzug nach Boelerheide

Angesichts dieser Problematik erscheint es nur folgerichtig, dass der Fachbereich Bildung die bisherige Schulentwicklungsplanung modifizieren muss. Die Hauptschule Vorhalle (derzeit noch sechs Klassen der Jahrgänge 8, 9 und 10 mit 123 Schülern), die bereits seit 2012 keine Eingangsklassen mehr bilden darf und im kommenden Sommer ihre Pforten schließen sollte, wird nun doch am Standort auslaufen können.

Die verbleibenden Schüler müssen nicht wie vorgesehen in die Hauptschule Boelerheide umziehen, sondern können bis zum Ende ihrer Schullaufbahn in Vorhalle bleiben. Stattdessen bekommen sie Zuwachs, denn die Hauptschule Altenhagen (derzeit noch acht Klassen der Jahrgänge 7, 8, 9 und 10 mit 192 Schülern) wird ebenfalls nach Vorhalle verlegt. Da der Schulweg für die meisten Altenhagener Kinder weiter als drei Kilometer sein dürfte, können diese ein Schokoticket (eine vergünstigte Busfahrkarte für Schüler) beantragen.

Standort bleibt bis 2018 bestehen

Zudem ist angedacht, einige Auffangklassen in Vorhalle unterzubringen. Der Schulstandort soll nun mindestens bis 2018, wenn die letzten Altenhagener Schüler ihren Abschluss machen, erhalten bleiben. Was danach mit dem Gebäude am Vossacker geschieht, ist völlig offen.

Nicht berührt von den neuen Planungen ist der Umzug der Realschule Emst (derzeit noch elf Klassen der Jahrgänge 7, 8, 9 und 10 mit 303 Schülern) ins Schulzentrum Boelerheide, der 2016 erfolgen soll (dann natürlich nur mit den noch verbleibenden zwei regulären Jahrgängen sowie den Auffangklassen). Die Hauptschule Boelerheide (derzeit 12 Klassen der Jahrgänge 6 bis 10 mit 233 Schülern) wird 2019 mit Beendigung des letzten Jahrgangs geschlossen. Das Rahel-Varnhagen-Kolleg zieht 2016 nach Emst.

Mit der Neuordnung will das Schulamt auch erreichen, dass die zahlreichen Auffangklassen relativ gleichmäßig auf existierende Schulen verteilt werden. Über die Alternative, nämlich an einem Standort (zum Beispiel in Vorhalle) eine reine Schule für Kinder aus Zuwandererfamilien zu gründen, hat man im Rathaus zwar auch nachgedacht, diese Idee jedoch wieder verworfen, da sie der Integration der ausländischen Kinder zuwiderlaufen würde.