Zur Schau gestellte Spenden-PR

Diäten-Spende. Eins möchte ich voranstellen, nämlich dass mich die 1000 Euro freuen für die Suppenküche und ich Neiddebatten ablehne. Aber warum musste Rene Röspel die Spende mit Reporter im Gepäck übergeben? Es macht für mich halt den Eindruck, dass es hier auch um die wohl kalkulierte Selbstdarstellung eines Berufspolitikers geht.


Ganz interessant war auch, was ich beim Lesen über die Einnahmen des Bundestagsabgeordneten erfahren konnte. „Kein Grund zu klagen“, sagt Herr Röspel dazu. Über 100 000 Euro Diäten und eine steuerfreie Kostenpauschale von über 50 000 Euro gehören pro Jahr dazu. Üppige Pensionsansprüche, ohne dafür einzahlen zu müssen, kommen noch mal oben drauf, wie meine Internetrecherche ergab.


Herr Röspel hat finanziell also sehr gut lachen, wenn er öffentlichkeitswirksam den Gönner gibt. Die Spende in allen Ehren, aber wenn ich richtig mitgerechnet habe, streicht Herr Röspel bei den beiden beschlossenen Diätenerhöhungen in Summe auch 200 Euro pro Monat in die eigene Tasche ein.


Ein Berufspolitiker, der im Fall von Rene Röspel über zig Jahre eine Gesamtsumme in Millionenhöhe verdient haben dürfte, spendet also 1000 Euro. Das Ganze als Teil einer neuerlichen Diätenerhöhung, die letztlich auch ihn finanziell besser stellt. Deshalb kann ich mich nicht dagegen wehren, aber für mich bleibt bei dieser bewusst öffentlich zur Schau gestellten Spenden-PR auch ein Geschmäckle.