Zum Jubiläum wird das Hagener Theater herausgeputzt
19.02.2010 | 18:00 Uhr 2010-02-19T18:00:00+0100
Hagen. Damit das Hagener Theater zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2011 auch optisch glänzt, muss die Stadt für eine Fassaden- und Brandschutzsanierung 4,6 Millionen Euro in die Hand nehmen.
Kulturhauptstadtjahr 2010, Jubiläumsjahr 2011 und parallel dazu der permanente Existenzkampf um den Fortbestand des am 5. Oktober 1911 als „Städtisches Schauspielhaus” eingeweihten Hagener Stadttheaters. Bewegte Zeiten, die jedoch kaum über den schäbig gewordenen Eindruck des neoklassizistischen Baus hinwegtäuschen können. Der aktuelle Sanierungsbedarf der repräsentativen Vorzeigeeinrichtung der Stadt Hagen liegt bei 4,6 Millionen Euro. Geld, von dem nur ein geringer Bruchteil im maroden Etat bereitsteht.
Kosten für Sanierung belaufen sich 1,5 Millionen Euro
Beim Gang über die Konkordiastraße in Richtung Theaterplatz wird das optische Desaster allzu offensichtlich. Die Fassade ist nicht nur mit Graffiti-Schmierereien und Umweltstäuben verdreckt, sondern auch der Putz bröckelt leise, aber stetig aufs Trottoir. Zudem machen die Fensterrahmen den Eindruck, als könnten sie zwar noch die Scheiben in der Senkrechten halten, doch die energetische Wirkung der verglasten Mauerwerksöffnungen dürfte ausgesprochen überschaubar sein. Ebenso zeigen die Dächer des Musentempels, hat die Hagener Gebäudewirtschaft ermittelt, erheblichen Erneuerungsbedarf. Einschließlich Gerüst- und Baunebenkosten addiert sich der akute Sanierungsbedarf an der Außenhaut des altehrwürdigen Objektes auf 1,5 Millionen Euro.
Eine Summe, die nur in Teilen durch Rückstellungen im städtischen Haushalt gedeckt ist. Für die Restsumme sucht Oberbürgermeister Jörg Dehm ganz im Geiste des „Bürgertheaters” noch Sponsoren - vorzugsweise im heimischen Handwerk.
Auch der Brandschutz muss erneuert werden
Doch mit dem äußeren Glanz, der dem Theater möglichst schon in der Sommerspielpause 2010 und somit pünktlich zur 100-Jahr-Feier 2011 verpasst werden soll, ist es nicht getan. Denn im Inneren des Baus, so hat ein eilig umzusetzendes Brandschutzgutachten ergeben, lauert noch weitaus kostspieligerer Sanierungsbedarf: Für weitere 3,1 Millionen Euro müssen Brandschutztüren und -schotte eingebaut, weitere Rauch- und Wärmeabzugsanlagen installiert und zahlreiche Elektroinstallationen erneuert werden. Teuerster Einzelposten ist dabei die Einführung eines elektroakustischen Notfallwarnsystems (640 000 Euro), das Alarmmeldungen in jedem einzelnen Raum des Theaterbaus per Durchsage ermöglichen soll.
Sollten diese akuten Brandschutzmaßnahmen nicht zeitnah umgesetzt werden, droht bereits im kommenden Jahr eine noch viel weitergehende EU-Verordnung, die weitaus höhere Kosten auslösen würde. Doch auch die jetzt ermittelte Investitionssumme von 3,1 Millionen Euro taucht bislang in keinem städtischen Sanierungsplan auf. Geld, über dessen mögliche Herkunft mit der Arnsberger Kommunalaufsicht erst noch intensiv verhandelt werden muss - pünktlich zum 100. Theater-Geburtstag.
07:02
Kultur in Form von Theatern, Bücherei, Kino, Orchester usw. ist schon wichtig für eine Stadt und sollte nicht so einfach abgeschafft werden. Wie eine Kneipenszene trägt ein Kulturangebot zum Leben einer Stadt ganz erheblich bei. Aber natürlich muss vernünftig gewirtschaftet werden und das können Kulturleute meistens nicht (s. Ebene II, Kostenexplosion ESM).
Ich würde für das Theater ein Stufenkonzept entwickeln, d. h. Prioritäten nach Dringlichkeit und mir dazu ein Kostengutachten über Angebote zu den verschiedenen Gewerken ( Fassade, Technik, Elektro, usw.) erstellen. Das kann jeder gute Bauingenieur oder Techniker aus dem Bereich Hochbau zusammentragen. Die Prios werden dann zusammen Entscheidern aufgestellt und abgearbeitet.
Dabei ist hier wieder speziell für Hagen wichtig nicht alles zu vergolden, sondern dem Bedarf entsprechend vorzugehen. Bei der Ausschreibung sollten nur Hagener Firmen zum Zuge kommen, die auch ausbilden das kommt letztendlich wieder allen Bürgern zu gute (Wirtschaftskreislauf).
Die Gebäudewirtschaft soll mal offenlegen, wie sie zu ihren Kosten gekommen sind....
15:02
Manche Leute sollten vielleicht mal öfter ins Theater gehen, dann würden ihnen mal die Augen geöffnet und sie würden mehr verstehen.
@ Kulturbanause: Sie machen dem Namen, den Sie hier verwenden, alle Ehre!
Theater ist Bildung und daher ausserordentlich wichtig!!!
21:27
Es ist eine Unverschämtheit, was für einen Mist manche Zeitgenossen hier ablassen. Und wo steckt eigentlich Frau Hintz?
19:56
hoffentlich ist dieses hagen bald ganz kaputt. hagen ist eine schande für nrw.
18:15
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16:24
#11 - ich betone stets, dass ich aus HA bin - weil ich Hagen gut finde. Guten Tipp für Sie: ziehen Sie doch nach Köln.......
14:21
im urlaub traut man sich überhaupt nicht zu sagen dass man aus hagen kommt.
11:42
...und eine geteerte Straße reicht für die meisten auch aus...
10:42
@#5: Wenn ich mich um nix kümmern würde und auch nichts hätte, für das ich mich einsetzen könnte, dann käme genauso was herum wie bei Ihnen. Vielleicht sollten wir auch nur ein Fußballstadion pro Land haben, das reicht schon. Ein Bus für die ganze Stadt, mehr braucht es doch nicht, ist sowieso zu teuer,...
10:04
Geschätzt 4,6 Millionen (also eher so 10Mio +x)? Na da kanns ja nicht mehr lange dauern, bis der Herr Diegel wieder ein Machtwort spricht. Immerhin hat der schon die 1,5 Mio fürs Tierheim nicht rausrücken wollen.