"Zum Glück hatte ich zwei Verbündete"
11.08.2009 | 17:46 Uhr 2009-08-11T17:46:00+0200
Hagen. In zweieinhalb Wochen wird das Kunstquartier Hagen eröffnet.
Der Neubau des Emil-Schumacher-Museums sowie die Sanierung und Erweiterung des Osthaus-Museums wäre ohne das persönliche Engagement von Sparkassen-Chef Klaus Hacker sowie der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Hagen samt ihrer Verbundpartner nicht möglich gewesen.
Westfalenpost: Herr Hacker, was hat Sie vor fünf Jahren motiviert, sich für die Realisierung des Emil-Schumacher-Museums privat wie auch in ihrer Funktion als Sparkassen-Chef dermaßen stark einzusetzen?Klaus Hacker: Das war schlichtweg die Tatsache, dass ein Neubau ohne persönlichen Einsatz und der Sponsoring-Zusage über 1,5 Mio. Euro seitens der Sparkasse Hagen nicht möglich gewesen wäre. Die Stimmung war damals nicht besonders positiv. Die Stadt Hagen hatte 4,5 Mio. Euro für den Bau des Schumacher-Museums inklusive der Sanierung des Osthaus-Museums im Etat vorgesehen, doch für die Gesamtrealisierung fehlten damals noch 4,2 Mio. Euro. Und man sah keine Chance, das Geld zusammenzubekommen.
Frage: Die Idee, in Hagen ein Schumacher-Museum zu bauen, wäre damals also beinahe begraben worden?Hacker: Ja. Der Sohn Emil Schumachers, Dr. Ulrich Schumacher, war sehr enttäuscht über die Entwicklung in Hagen. Er sah keinen Weg mehr, ein Museum mit den Werken seines berühmten Vaters zu errichten. Und das, obwohl Emil Schumacher nicht nur einer der bedeutendsten Vertreter der informellen Kunst ist und seine Exponate weltweit ausgestellt werden, sondern er auch zum Hagener Ehrenbürger ernannt wurde. Die Stadt Wiesbaden bekundete allerdings Interesse an einem Schumacher-Museum.
Frage: Wie gingen Sie dann vor?Hacker: Ich habe zugesagt, dass die Sparkasse Hagen den Museumsneubau mit 1,5 Mio. Euro unterstützt. Dr. Ulrich Schumacher hat der Überlassung der Emil-Schumacher-Werke zugestimmt, und der Rat der Stadt hat das Projekt ,Hagener Kunstquartier' auf den Weg gebracht.
Frage: Wer gehört zu den Verbundpartnern der Sparkasse und wie haben Sie es geschafft, diese Partner von der Bedeutung des Museumsneubaus auch über Hagens Grenzen hinaus zu überzeugen? Hacker: Zu den Verbundpartnern gehören die LBS, die Provinzial-Versicherung, die West-LB, der Westfälische Sparkassen-Verband in Münster sowie der Deutsche Sparkassen-Verband in Berlin. Ich habe mit den Vorstandsmitgliedern der einzelnen Organe gesprochen.
Frage: Wie verliefen die Gespräche?
Hacker: Unterschiedlich. Einige kannten den Maler Emil Schumacher nicht, und es fehlte ihnen der Bezug zu Hagen. Doch zum Glück hatte ich zwei ,Verbündete'. Ein Vorstandsmitglied der Provinzial-Versicherung ist Schumacher-Fan und besitzt selbst ein großformatiges Ölbild des Expressionisten, und Dr. Dietrich Hoppenstedt, ehemaliger Präsident des Deutschen Sparkassen-Verbandes, war sogar persönlich mit Emil Schumacher befreundet. Außerdem konnte ich bei den Verbundpartnern damit werben, dass bedeutende Persönlichkeiten wie NRW-Landesvater Johannes Rau große Schumacher-Anhänger waren. Und bei der Schumacher-Trauerfeier im Herbst 1999 hat sogar der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder gesprochen.
Frage: Die Finanzierung des Museums war also gesichert?Hacker: Wir waren auf dem richtigen Weg. Auch mit dem Förderverein, den damals Ulrich Schumacher, Ex-Intendant Peter Pietzsch und Ex-Oberbürgermeister Wilfried Horn gegründet haben. Der RVR sagte Gelder zu, einige Firmen und Privatleute haben sich finanziell eingebracht, eine Stiftung wurde gegründet, und es gelang uns tatsächlich, insgesamt 4,2 Mio. Euro aufzubringen.
Frage: Die Eröffnung des Kunstquartiers rückt näher. Was bedeutet das Ihrer Meinung nach für Hagen? Hacker: Hagen gewinnt als Kulturstadt zweifellos an Bedeutung und Reputation. Kultur ist ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil. Mit dem Kunstquartier kann sich Hagen profilieren, seine Außenwirkung steigern. Allerdings sollte die Stadt als Eigentümerin der Museen jetzt auch wirtschaftlichen Nutzen aus den Großinvestitionen ziehen.
Frage: Ihr persönlicher Bezug zum Künstler Emil Schumacher? Hacker: Ehrlich gesagt hatte ich früher keinen Bezug zu ihm. Aber mein Vorgänger, Oskar Specht, war schon früh ein bekennender Freund der Schumacher-Kunst. Specht kaufte auch drei Schumacher-Bilder an. Eines davon hing früher in einem Flur im ,Langen Oskar', ein anderes in der Kundenhalle, das dritte wurde später als Dauerleihgabe dem Osthaus-Museum übergeben.
Frage: Wo befinden sich die beiden von Specht angekauften ,Schumachers' heute?Hacker: Im Sparkassen-Karree-Neubau bei mir im Büro. Denn seitdem ich mich mit seinem Werk - Schumacher hat mit der Farbe gekämpft, mit der Kunst gearbeitet - näher beschäftigt habe, finde ich ihn fantastisch.
12:26
@volmespatz
Es zeugt mal wieder von Ihrem Demokratieverständnis, dass Sie entscheiden, was wichtig ist und was nicht!
Aber so kennt man Sie ja...
07:55
@smartyy: Ich möchte an dieser Stelle keine Diskussion lostreten wie wichtig Kinder sind.
Das sollte uns allen klar sein. Aber scheinbar haben Sie die Quintessenz meiner Wortmeldung nicht richtig verstanden. Mit sterben der Gesellschaft ist der gesellschaftliche Geist - besonders der humanistisch geprägte - gemeint.
Und diesen Geist sollten wir unseren Kindern und Kindeskindern unbedingt erhalten. Dazu gehört, neben einem guten Elternhaus, besonders die Kultur. Ach ja, bei einem guten Elternhaus mitentsprechender humanistischer Erziehung sollte es nicht nötig sein Kinder in ein Museum oder Theater zu treiben; die gehen dann schon von alleine dort hin. In diesem Sinne, schönes Wochenende mit viel Kultur!!
19:49
Ich gebe meine Einkommnessteuern gerne fürs Schumacher-Museum her - jedenfalls lieber als es in jene Hartz-IV-Familien zu investieren, die damit nur die Branntweinhändler reich machen.
18:01
Ich finde, das in wichtigen sozialen Bereichen genug Geld investiert wird. Es gibt eben nicht alles zum Nulltarif, ein jeder muss auch schon für sich sorgen oder zumindest sich nicht ganz auf die Gemeinschaft verlassen. Das Eine hat übrigens auch nichts mit dem Anderen zu tun.
15:09
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
13:24
@peterx, wie ich schon geschrieben habe, war ich im Kunsthistorischem Museum in Wien. Wenn ich mich, nach ihrer Auffassung nicht für Kunst interessiere und von Kunst keine Ahnung habe, was habe ich dann dort gemacht?
Oder hat, in ihren Augen, nur derjenige Ahnung von Kunst, der ein Schumacher-Fan ist?
@saitenpower, eine Gesellschaft stirbt dann, wenn es keine Nachkommen gibt. Wenn wir in Hagen kein Museum und kein Theater hätten, auch einen Hohenhof, Kino, Werkhof, Hasper Hammer und Wasserschloß Werdrigen hätten, würden wir trotzdem noch Kinder in die Welt setzen. Oder setzen sie nur Kinder in die Welt damit sie sie ins Museum treiben können?
10:32
@saitenpower: Kultur ist gut, schön und wichtig - wenn man sie sich leisten kann. Es gibt aber wichtigeres. Und wenn Millionen für Prestigeprojekte ausgegeben werden und bei Alten und Obdachlosen gekürzt wird ist das ein Skandal!
08:06
Da kann ich nur sagen: gut dass es Menschen und Unternehmen wie Herrn Hacker und dei Sparkasse gibt. Sonst wäre es mit Kunst und Kultur in Hagen ganz schlecht bestellt.
Ich freue mich schon sehr auf die Eröffnung des ESM. Aber das ist nicht genug. Wir müssen alle mehr für K&K tun, sonst stirbt unsere Gesellschaft. Das ist ein schleichender Prozess, dem man unbedingt entgegenwirken muss.
Die Museumsinsel mit Marienkirche und der Nähe zum Theater ist ein echter Leuchtturm für Hagen der weit über unsere Region hinausstrahlen und gesehen wird.
23:21
die diskussionen hier sind grösstenteils ein zeichen der ungebildeten bürger der stadt hagen.
wenn mann das liest, schäme ich mich hagener zu sein.
z.b. wenn smarty emil schumacher nicht kennt, weil er sich für kunst nicht interessiert, darf er nicht behaupten, dass emil schumacher weltweit nichtbekannt sei.
das gegenteil ist der fall.
am besten, ihr baut eine mauer um euere stadt, bleibt unter euch, meckert euch gegenseitig an.
dann lebt ih^r in der stast, in der es euch gefällt.
21:08
wieso wird die Post die der Theaterförderverein versendet, immer mit der Frankiermaschine der Sparkasse frankiert ?