„Zulauf zu Luthers Waschsalon ist so groß wie nie“

Luthers Waschsalon in der Körnerstraße.
Luthers Waschsalon in der Körnerstraße.
Foto: privat
Seit 1997 gibt es „Luthers Waschsalon“ in Hagen als Anlaufstelle für Menschen ohne Obdach oder in sozialen Notlagen. Aber noch nie war der Zulauf so groß wie in diesem Jahr.

Hagen.. Ilona Ladwig-Henning ist Leiterin von Luthers Waschsalon, der seit 1997 existiert. Damals als Projekt der Ev.-Lutherischen Stadtkirchengemeinde und der Diakonie gestartet, ist die Einrichtung heute ein Teil der Diakonie Mark-Ruhr und befindet sich in der Körnerstraße 75. Das Angebot wendet sich an Wohnungslose, von Wohnungsverlust bedrohte Menschen und Personen in sozialen und psychischen Notlagen. Neben einem Frühstück wird hier die Möglichkeit zum Wäschewaschen, zur Körperhygiene, zu allgemein- sowie zahnärztlicher Versorgung und Beratung geboten.

Sie haben in der Vorweihnachtszeit viele Spenden entgegennehmen können. Wie groß ist der Bedarf?

Ilona Ladwig-Henning: Sehr groß, denn der Zulauf zu Luthers Waschsalon ist so groß wie nie zuvor. Wir hatten bis vergangenes Jahr durchschnittlich 175 Gäste an einem Tag zum Frühstück. In diesem Jahr hatte wir an einem Tag aber fast 250. Im Durchschnitt sind es 185 Personen. Es gibt also einen großen Bedarf in unserer Stadt. Es ist oft nicht im Bewusstsein, wie viele alleinstehende Menschen sich mit Hartz IV zum Beispiel keinen Herd mit Backofen leisten können, sondern sich mit einem Zweiplattenkocher behelfen müssen; mehr steht ihnen in Hagen nicht zu.

Wofür werden Sie die Spenden verwenden?

Ladwig-Henning: Nur ein Beispiel: Wir waschen hier an 6 Tagen die Woche 80 Maschinen Wäsche für unsere Besucher. Wenn solch eine Waschmaschine unter dieser Dauerbelastung kaputt geht, dann ist die Neuanschaffung eine große Herausforderung für uns. Und natürlich brauchen wir die Spenden auch für die alltägliche Ausgabe von Lebensmitteln für die Frühstücke. Unseren Besuchern ist es wichtig, dass sie dafür 50 Cent zahlen – sofern sie es aufbringen können. Aber natürlich sind damit nicht alle Kosten gedeckt.

Weihnachtszeit ist Spendenzeit – reicht das?

Ladwig-Henning: Nein, wir sind sehr froh, dass wir darüber hinaus regelmäßige Spender haben. Das sind teilweise Privatpersonen, die etwa Kuchen backen. Wir bekommen aber auch aus der Stadtbäckerei Kamp Brot vom Vortag, ohne dass wir das Frühstücksangebot gar nicht bewältigen könnten. Für die regelmäßige Unterstützung sind wir sehr dankbar. Wir freuen uns über die gute Kooperation mit der Uni Witten-Herdecke. Dabei profitieren beide Seiten, indem Studierende bei uns ihren praktischen Studienanteil absolvieren und wir durch Sachspenden und die kostenlose prothetische Versorgung unseren nicht versicherten Patienten eine kostenlose Behandlung anbieten können.

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