Zu Beginn ist Australien nur eine Träumerei

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Hohenlimburg..  Zu Beginn war es nur eine fixe Idee. Eine Träumerei. Als Isabelle Kukry und Zoi Tsolpidis (beide 19) vor rund einem Jahr am Flughafen Frankfurt in den Flieger stiegen, wurde aus einer „Spinnerei“ Realität. Flugziel: Australien!

„Wir haben uns überlegt, was wir nach dem Abitur machen wollen und waren uns schnell einig, dass wir ein Jahr in Australien verbringen wollen. Also haben wir irgendwann ein Visum beantragt und einen Flug gebucht“, erinnert sich die Abiturientin, die seit gut zwei Wochen von ihrem Backpacker-Trip, ihrer „Rucksack-Reise“, zurück ist.

Auf ein geplantes Jahr mit einer Organisation haben die beiden Freundinnen bewusst verzichtet. Zum einen, weil es deutlich mehr Geld kostet und zum anderen, weil sie sich die Freiheit nicht nehmen lassen wollten, das Land der Koalabären auf eigene Faust zu erkunden.

5000 Euro Startkapital

Mit einem Startkapital von 5000 Euro landeten die beiden in Australien und versuchten Fuß zu fassen. Das gelang in den ersten Tagen durch den Aufenthalt bei Bekannten. Danach folgten etliche Stationen an den Küsten des Kontinents sowie im Inland.

Die ersten zwei Monate verlebten Isabelle und Zoi in Perth. Mit Tagesjobs, egal ob als Putzkraft, Kellnerin oder auf der Kirmes, verdienten sie ihre ersten australischen Dollar.

„Wir hatten Glück mit unserem Hostel. Dort konnte man schnell an Gelegenheitsjobs kommen. Auch in den folgenden Monaten in Melbourne war das Geldverdienen eigentlich kein Problem“, erzählt die Rucksacktouristin.

Riesige Weiten erkundet

Um die riesigen Weiten Australiens erkunden zu können, kauften Zoi und Isabelle ein Auto. Einigen Reparaturen zum Trotz behielten sie das Gefährt und reisten damit an die unterschiedlichsten Orte. Byron Bay oder der Regenwald bei Cape Tribulation waren nur einige der zahlreichen Anlaufstellen.

„Wir haben uns nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell in die englische Sprache eingefügt. Auch der Linksverkehr war schnell eingeübt“, schmunzelt die 19-Jährige, die in Australien viele neue Erfahrungen sammeln konnte.

„Es gab viele schöne Momente. Einen einzigen zu benennen ist fast unmöglich“, freut sich die Hohenlimburgerin, die ihre Walbeobachtungen, den Regenwald oder die vielen Menschen, denen sie begegnet ist, sicherlich nicht so schnell vergessen wird.

„Das beste waren eigentlich die Reisen im Auto. Wir konnten dorthin fahren, wo wir wollten, auch wenn wir manchmal tagelang nicht duschen konnten und haben einfach unsere Freiheit genossen“, schildert Isabelle ihre prägenden Eindrücke.

„Man muss sich an das Land gewöhnen, weil es so multikulturell geprägt ist und keine Kultur vorzuweisen hat, wie es in vielen europäischen Ländern der Fall ist. Man wird sehr schnell selbstständig, weil man niemanden hat, der einem die Aufgaben abnimmt“, erinnert sie sich.

Die Eindrücke dieser einjährigen Reise haben Spuren hinterlassen.

„Es ist sehr auffällig, wie engstirnig viele Menschen hier sind. Ich glaube, dass, obwohl es in Australien auch viele Probleme gibt, die Menschen dort einfach glücklicher sind “, so Isabelle, die sich auch an die deutsche Sprache und den Rechtsverkehr auf den Straßen wieder gewöhnen muss.

Nicht der letzte Abenteuerurlaub

Australien soll nicht der letzte Abenteuerurlaub gewesen sein.

Zimbabwe, Asien, Kanada und Neuseeland sind ihre erklärten Ziele. Ein Pauschalurlaub kommt für die freiheitsliebende Hohenlimburgerin nicht in Frage. Knapp 10 000 Euro hat der Aufenthalt in Australien verschlungen.

Isabelles Fazit: „Dieses Jahr war jeden Cent wert!“