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Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH

08.11.2012 | 18:27 Uhr
Das Theater Hagen droht der kommunalen Finanzkrise zum Opfer zu fallen.Foto: Alliander

Hagen.   Das Theater Hagen muss weiter um seine Zukunft bangen: Eine geplante Umwandlung in eine GmbH wird es nicht geben. Trotzdem muss die Bühne weitere 850.000 Euro einsparen. Ein Kulturentwicklungsplan soll Prioritäten setzen.

Die Zitterpartie um die Zukunft des Theaters Hagen geht in eine neue Runde. Die geplante Umwandlung der Bühne vom städtischen Amt in eine neue Rechtsform ist vom Tisch. Das bestätigte der neue Kulturdezernent Thomas Huyeng am Donnerstag gegenüber der WAZ Mediengruppe.

Hintergrund sei der Plan der Landesregierung, noch bis zum Sommer gesetzlich zu regeln, dass Kommunen im Nothaushalt wie Hagen bis zu einem gewissen Prozentsatz Geld für freiwillige Leistungen ausgeben können.

Das hört sich gut an. Doch der Etat für alle freiwilligen Leistungen vom Sport bis zur Kultur würde damit gedeckelt. Hagen gibt 5,5 Prozent seiner gesamten Aufwendungen für Kultur aus. „Das bedeutet im Umkehrschluss: Wir müssen uns fragen, was gehört zu diesen freiwilligen Leistungen. Wir müssen Prioritäten setzen.“

Kürzungen von 850.000 Euro

Das Theater Hagen mit Oper, Ballett und Junger Bühne, das in den vergangenen Sparrunden bereits bis zum Skelett abgemagert wurde, muss sich ohnehin auf weitere zusätzliche Kürzungen von insgesamt 850.000 Euro einstellen. Den Löwenanteil dazu sollte die Umwandlung in eine gGmbH oder eine Anstalt des öffentlichen Rechts liefern. Andernfalls drohen Spartenschließungen, was Gutachten belegen. Bei der Umwandlung in eine gGmbH muss sich die Stadt verpflichten, die Bühne über einen Zeitraum hinweg mit einem Festbetrag zu unterstützen. „Die Diskussion muss neu geführt werden. Man kann nicht einfach eine gGmbH gründen und führt sie sofort in die Insolvenz“, so Huyeng.

Theater öffnet Pforten

Ein Kulturentwicklungsplan soll nun eine Bestandsaufnahme der Hagener Kultur ermitteln und die Diskussionsgrundlage dafür bieten, was man sich leisten kann und will. „Die kulturelle Seite einer Stadt ist der Kern der wirtschaftlichen Entwicklung“, das bekennt der Kulturdezernent. Doch ein Bekenntnis zum Theater in seiner jetzigen Form als eigenbespielte Bühne ist das noch nicht. „Das ist eine politische Entscheidung: Wie will man in der Gesamtheit agieren? Wenn man sich die Finanzbeträge ansieht, wird man über das Theater und andere Einrichtungen diskutieren müssen.“

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Kommentare
14.11.2012
00:38
Mehr Theaterbesucher als Einwohner!
von Zecke | #43

Mit über 180000 Zuschauern hat das Theater in der letzten Saison viel mehr Menschen angelockt, als in Hagen leben.

So auch mich!
Ich wohne 20 km entfernt und habe seit Jahren ein Abonnement in Hagen, das ich nicht mehr missen möchte. Ich könnte genauso schnell nach Dortmund, Essen oder Bochum ins Konzert oder Theater fahren. Nirgendwo erlebe ich jedoch den Charme und die Vielfalt des Theaters so wie in Hagen! Ich liebe dieses alte Gemäuer und sein Ensemble, kenne viele Auswärtige, denen es ähnlich geht.

Das Theater ist die beste Werbung für die Stadt, auch wenn viele es nicht wahr haben wollen.

Es bringt nämlich Geld in die Stadt, z.B. meins!
Durch die Innenstadtlage des Theaters bin ich auf die Geschäfte in Hagen aufmerksam geworden und fahre jetzt öfters mal zum Einkaufen nach Hagen. Ich besuche dort Restaurants und zahle abends die unverschämten Parkgebühren, die die Stadt für das Parken am Straßenrand oder auf öffentlichen Parkflächen bis 21 Uhr verlangt.
Ist das nichts?

12.11.2012
16:34
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von querulant08 | #42

Schließt doch das Schumacher Museum mit seinen Folgekosten.

10.11.2012
23:53
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von Radfahrer | #41

Schließt doch das Rathaus.
Dort sind zu viele Schmarotzer, besonders in der Chefetage. Das Geld reicht dann für das Theater und andere Sachen. Aber freiwillig werden die nicht vom Honigtopf gehen.

10.11.2012
17:45
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von baiersdorf | #40

#38 Wenn das stimmt dann ist das eine Katastrophe für die Kultur in Hagen. Warum wurde diese wichtige Entscheidung, daß Hauck den wichtigen Kulturentwicklungsplan ausarbeiten soll, nicht vorher im Rat und in der Öffentlichkeit diskutiert?

10.11.2012
15:40
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von altesholz | #39

Zitat Hacker: „Das Theater Hagen hat überregionale Bedeutung, es ist ein entscheidender imagebildender Faktor für Hagen. Wenn wir das schließen, wird Hagen eine gesichtslose Stadt.“
dafür sollte herr hacker einmal beweise auf den tisch legen. wenn man viel herumkommt, was bei mir beruflich der fall ist, hört man nur selten etwas über das hagener theater. wohl aber über das osthaus- und schumachermuseum, sogar die vhs und die schlösser in werdringen und hohenlimburg scheinen bekannter und "imagebildender" als das theater zu sein. woher bezieht herr hacker seine weisheiten?

10.11.2012
15:37
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von altesholz | #38

da soll der im artikel erwähnte kulturentwicklungsplan abhilfe schaffen. der wird in hagen von der bekannten museums- und evoparkfrau beate hauck betreut, wie man bei google herausfindet.

http://www.kulturkontakt-westfalen.de/index.php?id=90

viel spaß, kann man da nur sagen. das wird bestimmt ein großer erfolg, dafür steht ein erfolgreicher name mit hoher kompetenz.

10.11.2012
15:19
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von spatzenfreund | #37

die eigentliche frage ist doch die: wieviel geld hat die stadt hagen für kultur zur verfügung? und wieviel minus machen die vorhandenen einrichtungen? dass wir alle kutureinrichtungen nicht aufrecht erhalten können, sollte mittlerweile jedem klar sein. also muss priorisiert werden. die hagener politiker sind offenkundig nicht in der lage zu definieren, welche kultureinrichtungen erhaltenswert sind. sonst hätten wir bestimmt nicht die altenhagener brücke angemalt, das lutz im innenhof des theaters errichtet, das schumacher-museum gebaut und unter anderem damit 1,5 milliarden euro schulden angehäuft. also ist es an der zeit, dass der bürger konkret entscheidet, ob wir das theater schließen oder das emil-schumacher-museum. vielleicht reicht es ja auch nicht aus, nur eine einrichtung zu schließen? möglicherweise möchten die bürger ja lieber auf die stadthalle verzichten, um eine andere andere einrichtung zu retten? ein bürgerentscheid muss her!

10.11.2012
09:15
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von harkorten | #36

Natürlich hat das Hagener Theater ein demografisches Problem, genau wie viele andere Bühnen. Darüber wurde auch schon in der Presse berichtet, wenn ich mich richtig erinnere. Mich würden aber auch einmal die vielen überregionalen Artikel und Rezensionen interessieren, wenn sie nicht gerade in den illustren Theater- und Kulturblättern oder als als Werbung erschienen sind. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass auch andere Kulturträger und Bildungseinrichtungen in Hagen, die jetzt vom politischen Sparhammer bedroht sind, ebenfalls überregional bekannt sind. Warum sollte dann das Theater eine Sonderrolle spielen? Weil es Treffpunkt für eine bestimmte Gruppe von Interessenten ist, die zufällig über Geld und Einfluss verfügen?

Bitte nicht mißverstehen, ich bin für den Erhalt des Theaters in der jetzigen Form, ich mag die Aufführungen und auch das Orchester. Mit geht es nur darum, dass man nicht eine Kultureinrichtung verschont und alles anderen, die auch ihren Wert haben, zerstört.

10.11.2012
00:52
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von altesholz | #35

@ kulturbanausin ich gebe ihnen aber recht, dass das theater wichtig ist und auch erhalten werden muss. das gilt aber auch für das emil-schumacher-museum, karl-ernst-osthaus-museum, stadtmuseum, museum werdringen, volkshochschule, pelmke, werkhof, theater an der volme usw. haben sie sich für diese kulturstätten ebenso hartnäckig eingesetzt? oder ist das für sie keine kultur? das macht einen doch stutzig, wenn nur immer für das theater getrommelt wird und andere ebenso wichtige und erfolgreiche kulturstätten und bildungsträger in hagen kaum erwähnung finden, wenn sie sparen müssen. finden sie das in ordnung? das ist doch das, was viele kommentare und leserbriefe fordern.

10.11.2012
00:45
Zitterpartie ums Theater Hagen geht weiter - Keine Umwandlung in GmbH
von altesholz | #34

sie legen sich aber mächtig ins zeug für das theater, frau willer. "überregionalen Zeitungen und einschlägigen Online-Portale" - haben sie da beispiele? bitte keine gekaufte werbung, sondern rezensionen und ernstzunehmende beiträge. und bitte keine klientel-berichterstattung. es ist doch klar, dass das theater in einer gruppe von liebhabern gefeiert und gepusht wird. ich habe kein problem mit dem hagener theater. ich besuche sogar vorstellungen. ich habe nur etwas dagegen, wenn das theater als einzig wichtige kulturstätte und nabel der kultur in hagen hingestellt wird. das geschieht leider ständig. ich bezeichne das als versuch, den bürgern vorzuschreiben, was kultur ist und was erhaltenswert in hagen sein soll. eine ähnlich strategie wird auch beim esm gefahren. genau wie das theater ist auch das esm eine heilige kuh, die zu lasten anderer bildungs- und kulturstätte in hagen nicht gemolken werden darf. schon gibt es einen aufstand einer kleinen finanzstarken gruppe.

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