Zirkus Charles Knie fesselt die Hagener

Höing..  Die Handgriffe funktionieren im Schlaf, die Choreographien und Showacts sind bis zur Perfektion eintrainiert, die Abläufe klar abgestimmt. Und doch ist es für die Künstler, Artisten und Organisatoren vom Zirkus Charles Knie immer etwas Besonderes, wenn die erste Vorstellung in einer neuen Stadt naht. Gestern Nachmittag war es wieder soweit, rund 1100 Zuschauer kamen zur Zirkus-Premiere zum Höing. „Jede Stadt, jedes Publikum ist einfach anders“, weiß Zirkus-Sprecher Patrick Adolph vor der ersten Aufführung nie, ob alles glatt läuft. Und jede Stadt berge neue Herausforderungen. In Hagen sei es etwas schwierig gewesen, vernünftige, hoch-qualitative Erde für die Manege zu finden. Doch es hat geklappt. Pünktlich liegt die Erde im Zelt. Die Soundanlage läuft ohne Mucken, die Technik steht. Es kann losgehen.

Nicols springt durch brennenden Ring

Um kurz nach halb vier Uhr geht das Licht in der Manege an, die Show beginnt. Das Getuschel verstummt, alle Blicke richten sich gebannt und voller Vorfreude auf die Bühne. Es wird sofort feurig. Artist Nicol Nicols balanciert auf einem dünnen Drahtseil, springt dabei durch einen brennenden Ring. Die Anspannung ist im Publikum spürbar. Nicols hat sich nicht verbrannt. Lautstarker Applaus ertönt. Und wird schnell wieder leise. Denn es geht sofort weiter. Kamele, Pferde, Zebras - Tiere aus aller Herren Länder - laufen durch die Manege.

Egal ob Jung oder Alt, die Besucher klatschen und fiebern fröhlich mit. Priscilla Errani lässt ihr Hüften und dutzend Hula-Hoop-Reifen kreisen, Ives und Ambra präsentieren Romantik an seidenen Tüchern, fünf brasilianische Zirkus-Mitglieder fliegen unter der Zirkuskuppel. Dann ist Pause. 20 Minuten, um kurz an die frische Luft zu gehen. Im Vorzelt können sich die Besucher noch mal stärken. Der Geruch von Popcorn, Mandeln, Würstchen und Pommes lockt. Dazu ein Bier, oder für die kleineren Besucher eine Cola oder Apfelschorle.

Die Zuschauer sitzen wieder, das Licht geht an. Nach einer kurzen Ballett-Einlage betritt Tom Dieck die Bühne - zusammen mit seinen Raubtieren. Es folgen Rollschuhartisten und Elefanten. Zwischendurch wird es noch nass. Marek Jama und seine beiden Seelöwen betreten die Manege. Zum Schluss singt Clown César Dias „My Way.“ Nicht ganz unfallfrei. Er verheddert sich im Kabel des Mikrofons. Natürlich absichtlich. Die Kinder müssen noch mal kräftig lachen. Und dann ist auch schon Schluss. Auf Wiedersehen, Arrivederci, Bye Bye. Die Besucher verlassen das Zirkus-Areal und gehen nach Hause. Patrick Adolph blickt in zufriedene und fröhliche Gesichter. „Wir wollen die Leute zweieinhalb Stunden aus ihrem Alltag rausholen.“ Doch der ist schneller wieder da, als den meisten wohl lieb sein wird.