Das aktuelle Wetter Hagen 9°C
Zeuskids 2011

ZeusKids-Schüler wünschen sich Kinderseite

02.03.2011 | 17:43 Uhr

Haspe. Da sind sie: ganz viele Löcher in meinem Bauch. Die sind da hineingekommen, weil ich zu Besuch in der Hestertschule war - zuerst in der 4a bei Antje Heßling, anschließend in der 4b bei Julia Lönne. Die Viertklässler aus Haspe wollten ganz viel zum Thema Zeitung wissen. Das ist prima. Wer neugierig ist, kann gut Journalistin oder Journalist werden. Darin üben sich die Schülerinnen und Schüler zurzeit, als Minireporter im Rahmen von „ZeusKids“. Zwei Wochen lang lesen sie jeden Tag die Westfälische Rundschau Hagen, schnippeln Texte und Fotos aus - und fragen Redakteure eben die berühmten Löcher in den Bauch.

Sie sind gut vorbereitet, haben sich ihre Fragen säuberlich auf große Zettel notiert. Stift und Notizblock brauchen echte Reporter auf jeden Fall. Dann geht’s los. Jülide bringt mich mit der ersten Frage gleich ins Stolpern: „Wie viele Texte stehen in der Zeitung?“ Keine Ahnung, ich habe sie noch nie gezählt. Jülide macht sie umgehend an die Arbeit. Alikaan will wissen: „Wie viele Stunden braucht man, um die Zeitung zu machen?“ So viele Stunden, bis es keine weißen Flecken mehr auf den Zeitungsseiten gibt.

Die lesen sie genauestens. Die Zeusels aus Haspe sind bestens informiert - und blicken auch beim Weltgeschehen durch. „Ich interessiere mich für andere Länder. Was in Libyen passiert oder so“, erzählt Paula. Deshalb kann sie was mit dem Namen Gaddafi anfangen. „Der hat gesagt, er würde für sein Volk sterben. Das stimmt doch gar nicht. Dem glaube ich das nicht.“ Lerne: Wer Zeitung liest, lässt sich so schnell nichts vormachen.

Sie schneiden aus jeder Ausgabe einen „Text des Tages“ und ein „Foto des Tages“ aus und begründe ihre Wahl schriftlich. Dabei sind sie durchaus kritisch. Finn und Vivienne haben beide Schiff „Beluga Projects“ ausgeschnitten: „Ich finde gut, wenn Boote mit Segeln fahren. Das spart Öl und tut den Menschen gut.“ Kinder lesen eben nicht nur den Sport und die bunten Seiten, sondern auch Wirtschaft und Politik. Das habe ich recherchiert, denn inzwischen frage ich zurück: Was sie am liebsten lesen, worüber wir mehr schreiben sollen, was sie doof finden an der Zeitung. . .? Nachdem sich die Viertklässler als gute Fragesteller erwiesen haben, bleiben sie auch keine Antwort schuldig. Doof finden sie, dass die Kindernachrichten über die Zeitungsseiten verteilt sind. „Die sollten auf einer Seite gebündelt werden“, findet Yannik - „und mit Rätsels sein, Sudoku“, meint Svea.

Wir sollen mehr über Hagen schreiben, über Haspe vor allem, regt Abdul an. Durch die Bänke wünschen sie sich mehr Berichte über Natur im Allgemeinen und Tiere im Besonderen. Leon ergänzt: „Ich fände es cool, wenn die Zeitung wäre wie bei Harry Potter.“ In dem Fantasyroman bewegen sich die Fotos. Bis wir dahin kommen, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen. Der WR-Fotograf Theo Schmettkamp hat jedenfalls unbewegte Bilder gemacht.

Von Anja Wetter



Empfehlen
Kommentare
Kommentare
Aus dem Ressort
Torhaus pünktlich eröffnet
Städtebau
Die pünktliche Eröffnung des Hasper Torhauses darf in Zeiten des Flughafens Berlin-Brandenburg oder der Hagener Rathaus-Galerie durchaus als Erfolg verzeichnet werden.
Von Osthaus-Statue über Phoenix bis hin zu Eversbusch
16. Hagener...
„Unsere Schätze in Hagen“ – so lautet das Motto des Schaufensterwettbewerbs, der gestern eröffnet wurde. Schade nur, dass kaum ein Einzelhändler zur Auftaktveranstaltung ins Kunstquartier kam.
Taxifahren in Hagen soll um 15 Prozent teurer werden
Beförderung
Die Preise fürs Taxifahren in Hagen sollen steigen, wenn es nach der Hagener Taxi-Genossenschaft geht. Neben den gestiegenen Betriebskosten zwinge vor allem der Mindestlohn die Taxifahrer dazu, höhere Beträge zu erheben.
Plumpe Fälschung – Kennzeichen mit Edding "verlängert"
Polizei
Diese Fälschung war wohl doch zu dilettantisch: In Hohenlimburg ist der Polizei das Kurzzeit-Nummernschild eines 28-Jährigen aufgefallen. Der hatte es mit einem Edding einfach mal um sechs Tage verlängert.
„Sämtliche Lennebad-Besucher werden gezählt“
Hohenlimburg.
Die Tonlage schwankte zwischen Entschlossenheit und Verärgerung. Und die Botschaft war klar: Die städtische Hagenbad GmbH wehrt sich entschieden gegen den Eindruck, sie würde das Richard-Römer-Lennebad nicht ausreichend unterstützen oder gar verkommen lassen.
Fotos und Videos
WP-Schützenköniginnen
Bildgalerie
Preisverleihung
Eröffnung der Rathaus-Galerie geplatzt
Bildgalerie
Brandschutz
Blick in die neue Galerie
Bildgalerie
Rathaus-Galerie
Phoenix Hagen gegen Bayern München
Bildgalerie
Basketball