Zeit für Wunder

Wie lange dauert eigentlich so ein Wunder? Einen Tag, tippe ich mal. Einen Spieltag, um genau zu sein. Womit wir schon mitten im Thema sind. Tippen und Spieltag und Wunder.


Redaktionstipp, 17 Punkte, Tabellenführer. Nicht ich, keine Sorge. Dafür der junge Kollege Fiebig, der in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga unter dem Pseudonym „Weserwunder“ sein Glück versucht. Wobei Glück jetzt der Sache nicht gerecht wird. Das Weserwunder, so behauptet es (oder er) von sich selbst, ist mehr der Analytiker. Ein wahrer Taktiker, der eine halbe Stunde über neun Partien gegrübelt haben will.


Was sich offenbar gelohnt hat. 17 Punkte sind in etwa so viele, wie unser Taktikfuchs in der gesamten Hinrunde geholt hat. Was nicht an mangelnder Fachkenntnis, sondern an ausgeprägter Schusseligkeit lag. Von 17 Spieltagen hat das Weser-Wunder-Kind vielleicht fünf getippt.


Also sind wir wieder bei der Ausgangsfrage. Wie lange dauert eigentlich so ein Wunder? Ich ändere meinen Tipp. Zwei Spieltage. Weil das Weserwunder, wenn es diese Zeilen liest, sofort zu seinem Smartphone greifen und die Bundesliga-Partien von heute und morgen tippen wird.

Wenn er’s nicht doch vergisst.