„Wunderbar, wenn Flüchtlinge Vertrauen fassen“

Sofia Shokraneh heißt die neue Mitarbeiterin in der Zuwanderungsberatung der Diakonie.
Sofia Shokraneh heißt die neue Mitarbeiterin in der Zuwanderungsberatung der Diakonie.
Foto: Yvonne Hinz
Was wir bereits wissen
Sofia Shokraneh heißt die neue Mitarbeiterin in der Zuwanderungsberatung der Diakonie, die sich speziell um die Belange von Flüchtlingen, die nach Hagen kommen, kümmert. Die Stelle als Betreuerin konnte aufgrund der großen Spendenbereitschaft unserer Leser geschaffen werden.

Hagen.. Sofia Shokraneh heißt die neue Mitarbeiterin in der Zuwanderungsberatung der Diakonie, die sich speziell um die Belange von Flüchtlingen, die nach Hagen kommen, kümmert. Die Stelle als Betreuerin konnte aufgrund der großen Spendenbereitschaft unserer Leser geschaffen werden. Im Rahmen der Weihnachtsaktion 2014 kamen 101 561 Euro an Spendengeldern zusammen. Wie versprochen, verwendet die Diakonie den stattlichen Betrag, um das Gehalt einer zusätzlichen Mitarbeiterin zu finanzieren.

Sofia Shokraneh erschien dem Diakonie-Team als geeignete Bewerberin. Aus mehreren Gründen, wie Heike Spielmann, die Leiterin der Zuwanderungsberatung, unterstreicht. „Schon 2012 war Sofia bei uns ehrenamtlich tätig und hat in einer Kindergruppe mitgearbeitet, 2013 hat die junge Frau ein Praktikum in der Zuwanderungsstelle absolviert und ein Mädchen-Integrationsprojekt angestoßen.“ Außerdem stimme „die Chemie“ zwischen der aufgeschlossenen Frau und dem übrigen Diakonie-Team.

30-Stunden-Stelle in der Zuwanderungsberatung

Sofia Shokraneh stammt selbst aus einer Flüchtlingsfamilie, hat iranische Wurzeln. „Meine Eltern sind 1986 aus Persien geflüchtet. Sie lebten in Teheran, hatten gerade ihr Studium begonnen, waren politisch aktiv und wurden deshalb vom Khomeini-Regime verfolgt.“

1990 wurde Sofia – sie hat zwei ältere Schwestern – geboren. Später besuchte sie die Gesamtschule Haspe und machte an der Käthe-Kollwitz-Schule ihr Abitur samt der Ausbildung zur Erzieherin. „Schon damals spürte ich, dass die pädagogische Arbeit mit Kindern meins ist“, lächelt die sympathische Frau. An der Uni Koblenz hat Sofia Shokraneh dann Erziehungswissenschaften studiert, schreibt derzeit noch an ihrer Diplom-Arbeit. „In der Zuwanderungsberatung hab’ ich eine 30-Stunden-Stelle“, sagt die 25-Jährige, die fließend Deutsch und Farsi (iranisch) spricht.

Betreuung von afghanischen Flüchtlingen

Was ihre Hauptaufgaben in ihrem neuen Job sind? „Ich biete den Flüchtlingsfamilien praktisch ein Rundum-Hilfs-Paket an“, sagt die angehende Diplom-Pädagogin. Natürlich spielt sie auch auf die menschliche Nähe und den liebevollen Zuspruch an, die sie den entwurzelten, heimatlosen und oftmals traumatisierten Menschen – darunter viele Kinder – gibt.

„Jenen, die aus einem Übergangsheim ausziehen dürfen, helfe ich bei der Wohnungssuche, ich kläre, in welche Kindertagesstätte oder Schule die Kinder gehen können, ich begleite die Menschen, die kein Wort deutsch sprechen, zum Sozialamt, Jobcenter oder zu Ärzten.“

Derzeit betreut Sofia Shokraneh fünf afghanische Familien besonders intensiv. „Wenn ich die Kinder ein wenig glücklich machen kann, geht es auch den Eltern besser“, weiß sie aus Erfahrung. Ihr Wunsch? „Die Flüchtlinge, um die ich mich kümmere, stehen vor dem Nichts, sind desillusioniert und tieftraurig. Wenn sie Vertrauen zu mir fassen, ist das wunderbar.“