Wüstenhitze und heftige Gewittergüsse

Internationale Freundschaft beim Auftritt von Ring.
Internationale Freundschaft beim Auftritt von Ring.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Dietmar Mevissen, Vorsitzender der Werbegemeinschaft der Innenstadt, hat schon viele Stadtfeste miterlebt. Um nicht zu sagen alle 34: Seit dem Jahr 1980, als Hohenlimburg seinen 750. Geburtstag feierte.

Doch so etwas, wie in diesem Jahr, hat es nach seiner Erinnerung noch nie gegeben. 65,4 Grad zeigte nämlich am Samstagnachmittag das Thermometer an der sonnenüberfluteten Bühne auf dem neuen Marktplatz. Gestern musste dann aufgrund der Unwetterfronten, die immer wieder über Hohenlimburg zogen, das Programm verändert und somit abgespeckt werden.

Dass Mona Stöcker (M Stage) am Samstag trotz der Hitze ihre „Tanzmäuse“ auf die Bühne ließ, war dem unbedingten Wunsch der Kinder geschuldet, trotz der Hitze auftreten zu wollen. „Wir machen jedoch die Kurz-Version“, versicherte Mona.

Ring mobilisiert die Massen

Die Akteure, die zu diesem Zeitpunkt das nur spärlich vertretene Publikum belustigen sollten, hatten es wahrlich nicht leicht. So auch die Zumba-Tänzerinnen des Fitness- und Gesundheitsstudios Injoy, die zusammen mit den Chearleadern von Phoenix Hagen für einen heißen Auftritt sorgten.

Da hatten es die Bands, die am Freitagabend die Massen anlockten, schon wesentlich einfacher. Ab 21 Uhr strömten die Besucher in die Innenstadt. Da heizte Dirk Schmidt mit „Küppers, Beck’s & Brinkhoff´s“ bereits in routinierter Manier seinem Hohenlimburger Publikum ein. Chef-Bassist Carsten Wroblewski musste gesundheitlich passen, weshalb Leon Schmidt (16) das Trio komplettierte. Und weil es so schön war, gab’s zur Zugabe um kurz nach Mitternacht noch das zum 777. Stadtjubiläum komponierte Hohenlimburg-Lied.

Ein solches zauberte auch die andere Hohenlimburger Kultband „Ring“ auf die Bühne. Nach mehr als 30 Jahren hatte sich die Formation zu einem Comeback und somit zu einem Stadtfest-Auftritt überreden lassen. Und dieser elektrisierte die Massen, die ihre Lieblinge von einst auch nach mehr als drei Jahrzehnten feierten und dabei die neue Ring-Hohenlimburg-Hymne als Live-Premiere erlebten.

Zuvor hatten die von Stadtfest-Mitorganisatorin Maibritt Engelhardt entdeckten und geförderten „Global Beat“ einmal mehr ihre musikalische Klasse bewiesen.

Wer es an beiden Stadtfestabenden ruhiger und beschaulicher erleben wollte, war bei „Reno“ an der Lohmannstraße oder in der „Oase im Hinterhof“ mit dem besonderen deutsch-türkischen Musikprogramm bestens aufgehoben.

Atemberaubende Kati

Denn heiß ging es an der reformierten Kirche zu, wo Marco Nowak mit Discofox-Rhythmen, Stangentänzerin Kati und internationalen Cocktails einen Hauch von Karibik zelebrierte und für einen atemberaubenden Kontrast sorgte.

Top-Act des Stadtfestes waren am Samstagabend „Halber Liter“ mit Frontmann Michael Grimm. Der bewies sogar echte Nehmerqualitäten und stand trotz eines Patellasehnenrisses auf der Bühne. Übrigens nicht zu ersten Mal bei einem Hohenlimburger Stadtfest. „Ich bin schon vor 32 Jahre hier aufgetreten“, verriet der Frontmann. Ob Rockmusik, Soul oder Blues. Diese gestandenen Männer unterstrichen einmal mehr ihre Extraklasse. Als Ensemble oder auch bei Soloeinlagen. Nicht nur Vincent Valiton (Schlagzeug) oder Tilo Baron (Saxophon) - jedes Bandmitglied bewies am Samstag seine herausragenden musikalischen Qualitäten und garantierte einen Hörgenuss, so dass die Zuschauer begeistert mitgingen.