„Wollen uns in vielen Bereichen neu aufstellen“

So voll wünscht sich Volker Schwiddessen häufiger die Katakombe.
So voll wünscht sich Volker Schwiddessen häufiger die Katakombe.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Verschlossene Türen, ein ausgedünntes Frühjahrs-Programm und hohe Getränkepreise. Zuletzt gab es wiederholt Kritik an der Ausrichtung des Hohenlimburger Werkhofes. Seit dem 1. Oktober 2014 ist Volker Schwiddessen (60) als neuer Kulturchef dafür verantwortlich. Er stand gestern dieser Zeitung in einem Interview Rede und Antwort:


Jeder Politiker fordert 100 Tage Zeit, um sich in ein neues Aufgabengebiet einzuarbeiten. Sie sind jetzt mehr als acht Monate verantwortlicher Werkhof-Kulturchef. Wie sieht das erste Fazit aus?
Volker Schwiddessen: In dieser Zeit sind viele wichtige Maßnahmen gelaufen, die zum Teil für unsere Besucher erkennbar sind, aber insbesondere im baulichen und im technischen Bereich von Außenstehenden nicht sofort erkannt und somit anerkannt werden. Ich spreche deshalb oftmals von Hausfrauenarbeit, Arbeit nämlich, die niemand sieht. Das hat gute Gründe. Zu Beginn des Jahrtausends ist hier an der Herrenstraße das Kulturbüro räumlich nach oben gezogen und das Kulturangebot inhaltlich nach unten gefahren worden. Uli Ohm war nämlich lange Zeit für alles verantwortlich: für die Kultur, für das Haus und für die Finanzen. Er konnte nicht alles leisten. Wir haben, wie in einem Museum, viele Sachen aus alten Zeiten vorgefunden. Viele Räume waren nicht mehr begehbar.


In der Hagener Stadtverwaltung wird darüber nachgedacht, ab dem Jahr 2018 die Zuschüsse für die Kulturarbeit weiter zu kürzen. Von bis zu 50 Prozent ist die Rede. Ist damit das Aus für den Werkhof verbunden?
Das denke ich nicht. Wir müssen uns aber in vielen Bereichen neu aufstellen. So wollen wir zukünftig auch Hochzeiten, Familien- oder Betriebsfeiern ausrichten. Im Oktober findet ein erster Testfall statt. Deshalb wollen wir aktuell auch den Saal renovieren. Bei der Katakombe und im Backstage-Bereich ist uns das mit Wanddesign und neunen Lichteffekten wirklich gut gelungen. Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein.


Warum wird der Saal saniert?
Die Gäste sollen sich wohlfühlen. Der Saal muss einen gewissen Standard haben. Dazu gehört auch die Aufarbeitung des Parkettbodens und der Fenster. Der Holzboden stammt vermutlich aus den Anfangszeiten des Werkhofes. Das heimische Unternehmen, das diesen verlegt hat, möchte den Boden aufarbeiten.


Aber Sie haben den Mietpreis deutlich angezogen. Warum? Der Werkhof galt immer als kostengünstige Partymeile für Feierbiester.
Das soll auch so bleiben. Wir legen jedoch Wert auf ein gepflegtes Ambiente. Wer das nutzen möchte, muss auch dafür bezahlen. Auch das Putzen ist neu organisiert. Wir haben ein gutes und zuverlässiges Unternehmen gefunden. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir bieten den Mietern dafür aber ein besonderes Bonbon an. Sie können bei unserem Getränkelieferanten direkt ordern. Der macht den Werkhof-Mietern stets einen fairen Preis.


Aber warum nehmen Sie dann selbst bei Veranstaltungen einen relativ hohen Preis für die Getränke? Drei Euro für eine kleine Flasche Pils ist extrem viel.
Bei vielen Verstaltungen zehren die Einnahmen durch das Eintrittsgeld die Kosten für Künstler und Technik auf. Da bleibt für uns nichts übrig. Deshalb finanzieren wir solche Abende auch über den Verkauf von Bier und anderen Getränken. Früher hatten wir einen Kulturetat und somit Rücklagen, um mögliche Defizite auszugleichen. Diese Zeiten sind vorbei. Es muss passen. Wir dürfen uns an einem Abend keine dicke rote Blase holen.


Wie sieht es mit der Programmgestaltung aus? Zuletzt war das Angebot sehr ausgedünnt. Wann ändert sich das wieder?
Die Umbau- und Sanierungsphase hat dazu beigetragen. Und wir sind noch nicht am Ende angelangt. Deshalb konnte und kann es nicht unserer Ziel sein, jedes Wochenende eine Top-Veranstaltung zu bieten. Langsam kommen wir dazu wieder in die Lage. Im September wollen wir durchstarten. Die Eröffnungsveranstaltung mit Frieda Braun steht. Alle weiteren Veranstaltungen stellen wir bei einem Pressetermin vor.