„Wir sind für die Hilfe unglaublich dankbar“

Neues Heim auf dem Blumenkampe
Neues Heim auf dem Blumenkampe
Foto: WP

Hohenlimburg..  „Es ging rasend schnell. Das kann man sich nicht vorstellen“. Wenn Andreas Keszler an den 11. Dezember zurückdenkt, hat er die Bilder seines in Flammen stehenden Hauses noch genau vor Augen. Schuld war eine defekte Propangasflasche. Die fünfköpfige Familie Keszler aus Garenfeld hat im Berchumer Pfarrhaus ein neues, vorübergehendes, Zuhause gefunden.

Noch immer sitzt der Schrecken tief. „Ich träume häufig davon. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir alle heil ins Freie gekommen sind“, so Andreas Keszler, der sicher ist, dass es auch ganz anders hätte ausgehen können. Wenige Tage vor Weihnachten stand die Familie vor dem Nichts und kam zunächst bei Nachbarn und Freunden unter.

Dass sie eine Welle der Hilfsbereitschaft ereilen würde, konnte die Familie zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen. Von zahlreichen Bürgern wurden Kleidung und Lebensmittel bereit gestellt. Lehrer und Schüler halfen den kurz vor dem Abitur stehenden Kindern. Sogar ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

Neues Domizil in Berchum gefunden

In den Stunden größter Not hielten die Bürger zusammen und halfen. Hilfe kam, so könnte man es als gottesfürchtiger Mensch formulieren, von ganz oben. Denn die Berchumer Pfarrerin Christine Schönwälder zog zum Jahresende aus dem Berchumer Pfarrhaus „Auf dem Blumenkampe“ aus. Eiligst telefonierte sie mit ihrer Kollegin, Pfarrerin Gunhild Krumme aus Schwerte, da das Gebiet Garenfeld an die evangelische Kirchengemeinde Westhofen angegliedert ist. Birgit Keszler-Sennholz ist dort unter anderem Presbyteriumsmitglied. Die Räder der Verwaltung drehten sich ungewohnt schnell, so dass die Berchumer Pfarrerin Schönwälder schnell darüber informierte, dass die Familie in das Berchumer Pfarrhaus einziehen konnte.

Zurück in den Alltag

Bei soviel christlicher Nächstenliebe lässt sich durchaus von göttlicher Fügung sprechen.

Der Alltag hat für die Familie längst begonnen. Auch die Planungen für den Neubau wurden angegangen. „Wir werden ein neues Haus auf den Grundmauern des alten errichten und wieder nach Garenfeld zurückziehen“, verrät das Ehepaar, das seine Dankbarkeit über die entgegengebrachte Hilfe kaum in Worte fassen kann.

„Es ist unglaublich, wie viele Menschen uns geholfen haben. Wir haben sogar ein Weihnachtsmenü von einer Schwerter Metzgerei bekommen“, freute sich Birgit Keszler-Sennholz. Zeitraubend seien die Behördengänge, denn das Feuer habe sämtliche Nachweise (Zeugnisse, Bescheide, Pässe etc.) vernichtet. „Es sind vor allem die Kleinigkeiten, die fehlen. Ab und zu möchte man auf ein altes Foto schauen und sich erinnern, was nun nicht mehr geht, da auch die Familienbilder alle verbrannt sind“, erklärt Keszler-Sennholz wehmütig und verrät, dass auch der Familienhund in den Flammen ums Leben kam. In der zehnmonatigen „Lulu“ hat die Familie bereits einen neuen, vierbeinigen Wegbegleiter gefunden.

Eins steht für die Familie felsenfest:

„Wenn das neue Haus gebaut ist, werden wir alle Menschen, die uns unterstützt haben, zu einer großen Hofparty einladen. Leider wissen wir bei vielen Dingen nicht, von wem sie stammen“, rätselt das Ehepaar, bei dem das Lachen langsam wieder zurückkehrt.