„Wir machen mit den Kindern keinen Klamauk“

So viele Teilnehmer wie in diesem Jahr gab es noch nie beim "Sommeratelier im Freilichtmuseum".
So viele Teilnehmer wie in diesem Jahr gab es noch nie beim "Sommeratelier im Freilichtmuseum".
Foto: Yvonne Hinz
Was wir bereits wissen
Das „Sommeratelier im Freilichtmuseum“ erfreut sich von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. Dieses Mal nehmen 18 Jungen und Mädchen teil.

Hagen.. Alles fing damals – vor mittlerweile elf Jahren – als lockerer Sommermalkurs für Kinder an. Heute ist daraus ein theoretisch untermauertes Vermittlungsprojekt geworden. Das „Sommeratelier im Freilichtmuseum“ erfreut sich von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. Dieses Mal nehmen 18 Jungen und Mädchen teil. Rekord!

Von der ersten Stunde an sind der Hagener Künstler Uwe Will und Dr. Hubert Köhler, der den pädagogischen Bereich im Museum betreut, ein Gespann. „Ja, 2004 hatten wir die Idee zu diesem Sommerprojekt. Fest stand von Anfang an der Termin – vier Tage zu Beginn der Sommerferien, und dass das Angebot für die Teilnehmer kostenlos sein sollte“, blickt Köhler zurück.

"Das, was man sieht"Sommeratelier

Gestern startete das Sommer­atelier 2015 – am Freitag um 13 Uhr lädt Uwe Will Kinder und Eltern zur Finissage in die Remise im oberen Teil des Areals ein.

Bis dahin liegt vor den Teilnehmern aber noch jede Menge kreative Arbeit. „Wir machen keinen Klamauk, sondern die Kinder können hier sehen lernen“, unterstreicht Uwe Will. Das Motto lautet denn auch dieses Mal wieder: „Das, was man sieht“. Heißt: Die Jungen und Mädchen werden nicht animiert, Fantasiemotive zu malen, sondern realistische Abbilder zu schaffen.

Mittags schwärmen die Kinder aus

Gestern hatte die komplette Truppe auf der im Schatten liegenden Treppe vor der Dampfmahlmühle Platz genommen. Und zeichnete das historische Bruchsteingebäude samt Schornstein. „Die alte Kornmahlmühle stand ursprünglich in Dortmund und gehörte zum Harkortschen Besitz“, erläuterte Köhler den geschichtlichen Hintergrund. „Es handelt sich hier um eine Vorstufe des industriellen Mahlverfahrens.“ Uwe Will, der die viertägige Veranstaltung ehrenamtlich anbietet, schaute den Kindern bei ihrer Arbeit über die Schulter und gab Tipps zum perspektivischen Zeichnen. „Die Fachwerkhäuser sind dafür ideal“, schwärmte Uwe Will. Und betonte, dass er den Kindern keine Vorschriften mache, sie vielmehr jenes abbilden ließe, was ­ihnen gefalle.

Auch in diesem Jahr befindet sich das „Basislager“ des Sommer­ateliers wieder in der Remise; mittags schwärmen die Kinder aus und suchen sich Lieblingsmotive auf dem Freigelände.

Los geht’s jeweils um 12 Uhr; gegen 16.30 Uhr werden Bleistift, Kreide oder Pinsel dann aus der Hand gelegt. Übrigens: Die Maltage sind jedes Jahr weit im Voraus ausgebucht. Die Kinder müssen lediglich den Eintritt ins Freilichtmuseum entrichten – aus versicherungstechnischen Gründen.