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Jugendmusical

„Wir haben uns ,Beats’ echt erkämpft“

11.04.2012 | 06:15 Uhr
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Das Jugendmusical „Beats“ feiert in Kürze Premiere.

Hagen. Ein Projekt solchen Ausmaßes - schließlich sind mehr als 150 junge Leute eingebunden - ist nicht leicht zu stemmen. Das war im Vorfeld jedem klar. Davon, dass die Arbeit rund um das Musical solch immense Probleme mit sich bringen würde, waren die Beteiligten allerdings nicht ausgegangen. Verständlich also, dass am Samstag, wenn „Beats“ Premiere feiert, Dutzenden von Involvierten ein Stein vom Herzen fallen wird.

Das Jugendmusical „Beats“, das im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Theater Hagen “ am Samstag um 19.30 Uhr als Uraufführung auf die Bühne gebracht wird, hatte manche Hürde zu nehmen. Zum Schauspiel- und Gesangscasting im Sommer meldeten sich anfangs zu wenig Teilnehmer, bei der Komposition der Musik gab’s Schwierigkeiten, und dem Zeitplan hechelte man hinterher.

"Wir haben echt gekämpft"

Flankierend das Problem, dass nicht alle der beteiligten 16- bis 25-Jährigen die Begriffe Disziplin und Zuverlässigkeit zu ihren stärksten Tugenden zählen. „Wir haben echt gekämpft, um Beats überhaupt auf die Bühne bringen zu können, aber es hat sich gelohnt“, spricht Ballett-Chef Ricardo Fernando, der für die Choreographie verantwortlich zeichnet, wohl allen Beteiligten aus der Seele. Auch den Berufsschülern, die in sämtlichen Bereichen - auf der Bühne als Sänger, Schauspieler oder Tänzer, aber auch Backstage, in Marketing und Werbung oder beim Bau des Bühnenbildes eingesetzt wurden.

„Beats“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen den fünf Hagenern Berufskollegs, dem Stadttheater und dem Theaterförderverein.

„Team Spirit“

„Auch jenseits des ,Lutz’ gibt’s bei uns am Theater Kinder- und Jugendarbeit . Es ist wichtig, auch mit dem ,normalen’ Programm aus dem Erwachsenenspielplan junge Leute anzusprechen. Dafür ist Beats ein Beispiel par excellence“, fasst Intendant Norbert Hilchenbach das unterschiedliche soziale Milieus verbindende Stück zusammen. Und auch die Leiter der Hagener Berufskollegs, die von insgesamt 10.000 Schülern besucht werden, sprechen trotz schwieriger Probenzeit von einem positiven „Team Spirit“, der sich unter den jungen Leuten entwickelt habe.

Das Musical, das von einem Jugendzentrum, das aufgrund von Geldknappheit geschlossen werden soll, erzählt, greift auch Themen wie Homosexualität und Eifersucht auf. Und die anfängliche Distanz und spätere Annäherung zwischen coolen Bandmitgliedern und vermeintlich versnobten Balletttänzern.

„Die meisten Darsteller können keine Noten lesen - und das ist ein großer Vorteil“, unterstreicht Steffen Müller-Gabriel. „Die Jugendlichen kommen einfach ursprünglich ‘rüber und wirken glaubhaft“, konkretisiert der Musikalische Leiter.

Alle sind wichtig

Hip-Hop, Pop, Swing oder R’n’B - „Beats“ basiert auf Musik, mit der die Jugend etwas anfangen kann. Und Schüler mit und ohne Erfahrung singen und tanzen gemeinsam. „Wir sind alle wichtig - jeder ist auf seinem Platz unverzichtbar, das ist die Botschaft des Musicals, das aus zahlreichen inhaltlichen Vorschlägen der jungen Leute entstanden ist, erläutert Stefanie Smits, Gesangscoach.

„Beats“ (die Gesamtkosten liegen bei mehr als 100.000 Euro) wird aus Sponsoren- und Fördergeldern (70.000 Euro) finanziert; 30.000 Euro werden durch Eintrittsgelder eingespielt.

Für die Premiere am Samstagabend gibt’s noch Restkarten, ferner werden vier Vormittags- und zwei Abendvorstellungen angeboten.

100 Jahre Theater Hagen

 

Yvonne Hinz

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