Windkraftanlage zwischen Landwehr und Glör

Breckerfeld..  Die Breckerfelder Stadtvertretung beschloss in der finalen Sitzung des Jahres 2014 den Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes für eine Teilfläche im Bereich Benscheid im Ortsteil Waldbauer: Dort soll die Darstellung einer Konzentrationszone für Windenergieanlagen aufgehoben werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, im Rahmen des Planänderungsverfahrens eine Bürgerversammlung durchzuführen, die Vorentwurfsplanung öffentlich auszulegen und die Träger öffentlicher Belange anzuhören. Doch der Informationstermin im Veranstaltungsgebäude an der Waldbauerstraße stieß lediglich auf mäßige Bürgerresonanz.

Keine Zone ausweisbar

Gemeinsam mit dem Leiter der AVU-Serviceplus GmbH Thorsten Coß, die im vergangenen Jahr die generelle Möglichkeit zur Windkraftnutzung im gesamten Stadtgebiet durch Fach-Planungsbüros untersuchen ließ und deren Arbeit koordinierte, erläuterte Bürgermeister Klaus Baumann die Gründe für den o.g. Ratsbeschluss: „Die unter Beachtung der neuesten rechtlichen Bestimmungen durchgeführte Untersuchung des Stadtgebietes ergab: In unserer Stadt kann kein Bereich als Windkraftkonzentrationszone ausgewiesen werden.“

Nur Einzelanlagen möglich

Gründe dafür lägen im Vorkommen schützenswerter Tierarten und fehlender Abstände zu Wohnbebauungen. Allenfalls Standorte für Einzelanlagen hielten die Fachplaner für möglich. Die Standorte müssten allerdings einzeln auf die Einhaltung der bestehenden Vorgaben geprüft werden. Baumann riet möglichen Interessenten: „Fragen Sie vor der Beauftragung eines Planers für einen von ihnen angedachten Standort bei der unteren Landschaftsbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises nach, ob dort aus Sicht des Naturschutzes dafür keine Hindernisse bestehen.“

Die im Jahr 1998 ausgewiesene Konzentrationszone für Windenergieanlagen nahe Benscheid müsse auch deshalb aufgehoben werden, weil sie eine Höhenbegrenzung der Anlagen auf 70 Meter enthalte. Eine solche Höhenbegrenzung sei heute nicht mehr erlaubt.

Auf Nachfrage gab der AVU-Vertreter bekannt, dass der heimische Energieversorger den Bau einer Windkraftanlage zwischen Landwehr und Glörtalsperre nahe der Stadtgrenze zu Halver plane. Die notwendigen Voruntersuchungen laufen dort. Man plane, Bürger an der Finanzierung der Anlage durch Vergabe von sogenannten „Windscheinen“ zu beteiligen. Thorsten Coß erläuterte: „Wir sind in Gesprächen mit der heimischen Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld.“ Angedacht sei, die Windscheine mit einem festen Zinssatz auszugeben. Die Erwerber der Scheine trügen dabei kein Risiko.

Nina Schülken, stellvertretende Leiterin des Bauamtes der Hansestadt, informierte, dass die Pläne zur Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich Benscheid im Rathaus vom 14. Januar bis zum 13. Februar öffentlich auslägen.