Windenergieanlagen und Höchstspannung

Intensiver Austausch der Hohenlimburger Bürger mit dem Oberbürgermeister
Intensiver Austausch der Hohenlimburger Bürger mit dem Oberbürgermeister
Foto: WP

Hohenlimburg..  „Eine solch beachtliche Resonanz habe ich in keinem anderen Stadtteil erfahren.“ Das sagte Oberbürgermeister Erik Schulz gestern Mittag bereits zur Halbzeit seines Besuches in der Hohenlimburger Innenstadt. Die einst selbstständige Stadt war die fünfte Station seiner Rundtour durch Hagen. Bereits zu Beginn um 11 Uhr war der in den gelben Hagener Stadtfarben gehaltene Stand umlagert. Nach zwei Stunden waren es mehr als 60 Bürger, die den Gesprächen mit dem Verwaltungschef beigewohnt hatten. Rekord!

Die weiteste Anreise hatten Jacob (11) und Johanne (8), die aus der norwegischen Hauptstadt Oslo gekommen waren. Natürlich nicht um den Oberbürgermeister zu begrüßen, sondern um die Großeltern zu besuchen. Andere Gäste wollten den Oberbürgermeister „nur“ mal persönlich kennenlernen.

Marco Nowak, der zusammen mit der Werbegemeinschaft der Innenstadt und dem Verband für Sport am zurückliegenden Wochenende das 34. Stadtfest organisiert hatte, regte an, die Kirmes in Hohenlimburg wieder aufleben zu lassen und dieses möglicherweise in Zusammenarbeit mit der Hagenagentur zu tun.

Noch keine Genehmigung vom TÜV

Umut Dogan trug die Probleme seiner türkischen Mitbürger vor. Gleich zwei wollen sich in unmittelbarer Nähe des Fräulein-Richard-Platzes selbstständig machen und ein Unternehmen gründen. Ein gastronomischer Betrieb (Bistro) soll dort in Zukunft ebenso angesiedelt werden wie ein Reifenhandel.

Bereits im Januar seien dazu die Anträge auf Genehmigung an die Hagener Stadtverwaltung gestellt worden; darüber hinaus sei man im Hagener Rathaus persönlich vorstellig geworden. Bislang ohne Erfolg. Erik O. Schulz führte diese unendliche Geduldsprobe für die Antragsteller auf eine personelle Unterbesetzung in Teilen der Verwaltung zurück.

Den Löwenanteil der Gespräche nahmen jedoch die geplanten Windenergieanlagen auf den Höhen des Nahmer- und des Wesselbachtales ein. Andrea Wyskott-Blauscheck war sogar aus Hagen-Dahl angereist, um dem Oberbürgermeister ihre Probleme zu schildern („Ich leide unter Schlafstörungen“), die mit dem Bau jener Anlagen verbunden seien, die in unmittelbarer Nähe zu ihrem Wohnhaus vor zehn Jahren erstellt worden sind. „Bis heute sind diese Anlagen noch nicht vom TÜV abgenommen worden. Ein Auto muss im Abstand von zwei Jahren zu TÜV.“

Fast zwei Dutzend Anwohner waren aus dem Wesselbach- und dem Nahmertal erschienen. Andreas Paul, 2. Vorsitzender der nach dem Bekanntwerden der Investorenpläne gegründeten Bürgerinitiative „Gegenwind Hagen“, und Lothar Heinze (Nahmer) erörterten fundiert ihre Standpunkte und teilten die Sorgen der Bürger der Talbewohner mit. Insbesondere die Nähe zur Wohnbebauung, der mögliche Infraschall, der sich durch das trichterförmige Tal weiter verstärke und der Eingriff in die Natur warf Paul als Argumente gegen die angedachten Standorte in die Waagschale. „Wir sind vom Grund her nicht gegen Windenergieanlagen“, versicherte er.

Landesmutter und Landesvater

Anwohner aus Elsey trugen ihre Bedenken gegen mögliche Höchstspannungsleitungen (380 kV) in unmittelbarer Nähe zur Autobahn vor. Sie verwiesen auf das Beispiel Bayern, wo Horst Seehofer sich gegen Höchstspannungsleitungen sperre und unterirdische Kabel bevorzuge. Ihr Fazit: „Die Landesmutter in NRW ist offenkundig nicht so stark wie der Landesvater in Bayern.“