Wildschweine im Saupark Hagen wegen Schweinepest hinter zwei Zäunen

20 Wildschweine sind im Wehringhauser Bachtal untergebracht. Ein zweiter Zaun im Saupark-Gehege schützt sie vor der Schweinepest-Gefahr aus Afrika.
20 Wildschweine sind im Wehringhauser Bachtal untergebracht. Ein zweiter Zaun im Saupark-Gehege schützt sie vor der Schweinepest-Gefahr aus Afrika.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Die Wildschweine im Hagener Saupark sind nur noch auf Distanz zu erleben. Eine EU-Verordnung schreibt einen zweiten Zaun als Schutz vor der afrikanischen Schweinepest vor.

Hagen-Wehringhausen.. So nah wie jetzt entlang der Straße „Im Deerth“ kann man den 20 Wildschweinen nicht mehr lange kommen. Der Rest des Sauparks im Wehringhauser Bachtal ist schon mit einem neuen, einem zweiten Zaun versehen, der in zwei Meter Abstand zum bestehenden gebaut wurde. Und auch das letzte Stück soll bis Mitte März fertig gestellt sein. Was viele Freunde der Tiere zudem bewegen wird: Füttern ist ab sofort strengstens untersagt.

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Dass die Wildschweine in dem bei den Hagenern so beliebten städtischen Saupark künftig auf Distanz gehalten werden, hat seinen Grund: die afrikanische Schweinepest. Die ist zwar für den Menschen nicht gefährlich, für Wildschweine aber tödlich. Die Seuche ist in Europa auf dem Vormarsch und deshalb gibt es eine EU-Verordnung. In Brüssel wurde festgelegt, dass alle Schwarzwildgehege mit einem Doppelzaun gesichert werden müssen, der für mindestens zwei Meter Abstand sorgt. So soll verhindert werden, dass die Tiere mit den wild lebenden Wildschweinen, die die Seuche von weit her einschleppen könnten, in Berührung kommen.

Gesamtkosten von 60.000 Euro für Gehege-Betreiber

Betrieben wird das Gehege vom städtischen Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH). Und rund 60.000 Euro kosten die derzeit laufenden Arbeiten – allerdings werden diese Kosten nicht nur durch die EU-Verordnung ausgelöst. Ein dicker Batzen entfällt auf die ohnehin fällige Reparatur des bestehenden Zauns, der stellenweise schon arg ramponiert war. Zudem hat sich die Dortmunder van-Eupen-Stiftung, die sich der Pflege von Wald und Wild verschrieben hat, mit einem – so der WBH – „erheblichen Anteil“ an den Kosten beteiligt.

Aber ist die Gefahr der afrikanischen Schweinepest wirklich so groß? WBH-Geschäftsführer Hans-Joachim Bihs ist durchaus gespalten: „Ehrlich gesagt: Ich halte es schon für etwas übertrieben. Aber andererseits ist es eine Verordnung, die wir natürlich ordnungsgemäß umsetzen.“ Und er weiß auch: Sollte nur eines der Tiere an der afrikanischen Schweinepest erkranken, dann muss sofort die ganze Rotte getötet werden.

Die Kosten, die nun wegen der EU-Verordnung auf den WBH zugekommen seien, hätten auch nie zu einer Grundsatzdiskussion geführt, ob man das Wildgehege nicht besser abschaffen solle. Hans-Joachim Bihs: „Natürlich kann man so etwas nicht kostendeckend betreiben. Aber wir sehen doch, wie beliebt der Saupark bei den Bürgern ist. Wir werden ihn auch dauerhaft erhalten.“

Dass parallel zu dem zweiten Zaun nun auch das Füttern verboten ist, liegt an den Übertragungswegen der afrikanischen Schweinepest. Die wird nicht nur über den direkten Tierkontakt übertragen, sondern auch indirekt: Unter ungünstigen Bedingungen kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen, um die Seuche einzuschleppen.

Fütterungsverbot gilt nur für den Saupark

Das Fütterungsverbot gilt allerdings nur für den Saupark, nicht für das zweite Gehege im Wehringhauser Bachtal, in dem je 20 Stück Damwild und Mufflons leben. Stadtwald-Revierleiter Martin Holl: „An ihrem Gehege bleibt ein Automat, an dem man Futter kaufen kann.“