Wieder steht Westfalia Hagen vor Brand-Trümmern

Die Westfalia-Verantwortlichen sind der Verzweifelung nahe (v.li.): Heinz Tomaschewski und Moritz Padberg mit Architekt Volker Schmidt.
Die Westfalia-Verantwortlichen sind der Verzweifelung nahe (v.li.): Heinz Tomaschewski und Moritz Padberg mit Architekt Volker Schmidt.
Foto: WP
Feuer an der Alexanderstraße: Wieder sind die Sportler von Westfalia Hagen betroffen. Nach dem Vereinsheim vor zwei Jahren ist diesmal ein Nebengebäude zerstört worden.

Altenhagen.. Und wieder stehen die Sportfreunde Westfalia Hagen vor Trümmern, Schutt und einem Berg von Fragen. Warum? Wer macht sowas? Wieso hört das nicht auf? Nachdem der Verein an der Alexanderstraße sein vor zwei Jahren in Brand gestecktes Vereinsheim wieder neu errichtet hat, fraßen Flammen am Sonntagabend den Bau dahinter auf, in dem die Sportler sich umziehen, wo auch mal gefeiert wird und wo die Sportgeräte gelagert werden. War es wieder Brandstiftung? Die Stimmung im Club ist am Boden.

„Man kann nur eines hoffen“, sagte der zweite Vorsitzende Moritz Padberg, „und zwar, dass genauso viele Menschen hinter uns stehen wie beim letzten Mal.“ Eine Welle der Solidarität war vor zwei Jahren, als nie geschnappte Brandstifter das alte Vereinsheim des Clubs angezündet hatten, durch die Hagener Sportgemeinde geschwappt. Andere Sportclubs spendeten Bälle, Trikots und alles, was für den Spielbetrieb wichtig sein kann. Westfalia war hart getroffen, fiel aber nicht um.

Ursache noch unklar

Denn der Verein baute ein neues Heim. Ein moderner kleiner Bau, der das Vereinsgelände an der Alexanderstraße jetzt schmückt. Auf den ersten Blick ist der Neubau von den Flammen wenige Meter weiter am Sonntagabend verschont geblieben. „Tatsächlich aber ist viel Löschwasser in den Keller des neuen Heimes gelaufen“, sagt Vorstandsassistent Heinz Tomaschewski, „der ist abgesoffen.“

Noch ist nicht klar, warum das Gebäude, das vor allem für die Jugend gedacht ist, am Sonntag in Flammen aufging. Die Polizei ermittelt noch. Alle Beteiligten beschleicht aktuell aber das gleiche Gefühl. Nämlich, dass wieder Brandstifter am Werk waren, die vorab womöglich mit großer Gewalt die Mauer der Giebelseite des Gebäudes eingerissen haben.

Videoüberwachung problematisch

Dem Club gehört an der Sportanlage der Bereich, auf dem das neue Clubheim und der am Sonntag niedergebrannte Sportler-Komplex stehen. Der Sportplatz selbst (mit Toilettenanlage) ist in städtischem Besitz. Das Areal per Videoüberwachung zu sichern, birgt datenschutzrechtliche Probleme. „Wir können das hier nicht so einfach filmen“, sagt Padberg.

Übrigens: Bevor Westfalia das nun abgebrannte Gebäude errichtet hat, stand an gleicher Stelle ein Rondell, unter dem sich Sportler aufhalten oder umziehen konnten. Auch dieses Rondell brannte ab.

Fußballer müssen in den Neubau gehen

„Wir haben uns nach dem Brand vor zwei Jahren noch besser versichert“, sagt Heinz Tomaschweski. Was Versicherungsgeld allerdings nicht ausgleichen kann, ist das große Gefühl der Enttäuschung im Verein. „Irgendwann fragst du dich natürlich, wie oft du das noch machen willst. Und du fragst dich auch, ob dir hier jemand etwas will“, sagt Moritz Padberg.

Acht Teams von Westfalia sind hier aktiv. Die Fußballer werden demnächst nach dem Sport in den Neubau gehen müssen. „Eigentlich ist das nicht so gedacht, weil wir das Heim auch vermieten und anders nutzen wollen“, so Padberg. Der Verein hat in Altenhagen, mit seinem hohen Migrantenanteil, eine wichtige soziale Funktion.