Wie man mit Wespennestern in Haus und Garten umgeht

Gezielt platziertes „Ablenkungsfutter“ hält Wespen von der Kuchentafel fern.
Gezielt platziertes „Ablenkungsfutter“ hält Wespen von der Kuchentafel fern.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Sommerzeit ist Wespenzeit: Das Umweltamt der Stadt Hagen klärt über den Umgang mit Wespen beziehungsweise ihren Nestern am Haus und im Garten auf.

Hagen.. Mit den heißen Temperaturen tauchen vermehrt Wespen in Biergärten, Kuchentheken sowie Heim und Hof auf. Das Umweltamt der Stadt Hagen klärt über den Umgang mit Wespen beziehungsweise ihren Nestern am Haus und im Garten auf.

Verhaltensregeln

Beachtet man einige Verhaltensregeln in der Nähe von Wespennestern, stellen diese nach Ansicht der Experten aus dem Rathaus keine Gefahr für den Menschen dar, denn nur bei Störungen im unmittelbaren Nestbereich (Umkreis von etwa vier Metern) reagieren die Tiere aggressiv. Als Störungen gelten längeres Verstellen der Flugrichtung, hektische Bewegungen, Erschütterungen des Wabenbaus, Manipulationen am Flugloch oder am Nest und das direkte Anatmen der Tiere.

Geschützte Lebensstätte

Entdeckt man ein Wespennest auf seinem Grundstück, ist laut Umweltamt folgendes zu beachten: Jede Wespe genieße zunächst wie alle wild lebenden Tiere den allgemeinen Schutz nach Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes. Danach dürfen die Lebensstätten dieser Tiere nicht ohne vernünftigen Grund zerstört werden. Seltene Wespenarten seien besser geschützt, weshalb jede Störung, die ein bewohntes Nest betreffe, vorher von der Landschaftsbehörde genehmigt werden müsse. Bei Beeinträchtigung ohne „vernünftigen Grund“ oder Schädigung besonders geschützter Arten drohten erhebliche Bußgelder.

Als vernünftiger Grund für ein Vorgehen gegen ein Wespennest werde zum Beispiel eine nachgewiesene Allergie angesehen, so das Umweltamt. Liegt diese vor, ist das schonendste Mittel zur Entfernung des Nestes zu wählen, eine Umsiedlung rangiert vor jeder stärkeren Maßnahme. In einigen Fällen könne es ausreichen, durch Anbringen von Brettern die „Anflugschneise“ zu verlegen.

Qualifizierte Schädlingsbekämpfer

Besonders die mit Schädlingsbekämpfung betrauten Firmen seien qualifiziert, die Arten zu unterscheiden und im Bedarfsfall die Untere Landschaftsbehörde zu beteiligen. Bei Beauftragung einer Firma fallen allerdings Kosten an. Das Geld könne man sparen, wenn man Geduld und Ruhe aufbringe: Zum Winter hin sterbe das Volk ab und alte Nester würden nicht wieder besiedelt.

Die Entfernung eines Wespennestes, so das Umweltamt, sei bei nüchterner Betrachtung weitaus seltener sinnvoll als gemeinhin angenommen wird. Weitere Tricks, um die Tiere vom Tisch und aus den Wohnräumen fernzuhalten, seien:

  • lockende Gerüche vermeiden (Deo, Schweiß, Süßes),

  • „Ablenkungsfutter“ wie Weintrauben gezielt platzieren

  • Fliegengitter vor den Fenstern anbringen.

  • In der wespenreichsten Zeit kann sogar die Gartenkleidung „wespengerecht“ angepasst werden: Weiße T-Shirts finden Wespen ebenso unattraktiv wie die weißen Schutzanzüge der Imker.