Wie im Leben: Alles kostet, auch im Netz
27.05.2008 | 17:37 Uhr 2008-05-27T17:37:00+0200
Vorsicht vor Abzocke im Internet.
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Ein elterliches Horrorszenario: Noch schnell in die Bank, Kontoauszüge holen. Karte in den Automaten, Auszüge entnehmen und sehen - dass nichts mehr da ist, weil sich ein SMS-, Telefon- oder Internet-Dienstleister das geholt hat, was ihm zusteht.
Besonders Kinder und Jugendliche werden mehr und mehr zur Zielscheibe von üblen Internet-Geschäften, weiß auch die Verbraucherzentrale Hagen. „Täglich haben wir hier ungefähr fünf neue Fälle, weil sich Jugendliche bei dubiosen Internetfirmen angemeldet haben”, erzählt die Hagener Verbraucherberaterin Birgit Olek-Flender. Viele Web-Anbieter unterbreiteten gezielt Jugendlichen traumhafte Angebote wie freies Verschicken von SMS, so die Verbraucherzentrale. Doch dieses - meist funktionierende - Angebot der Webseiten sei dann nur der Grundbaustein des Geschäftsmodells. Denn schnell erhalte der Teilnehmer auch Angebote über Handylogos, Klingeltöne, günstige Verschickung von Bildern. Hier sei dann hartes Geld gefordert. „Und das holen sich Kinder und Jugendliche”, weiß Birgit Olek-Flender, „meist mit der Kreditkarte der Eltern.” Dann, so die Verbraucherschützerin, gibt es keine Möglichkeit mehr, das Geld zurück zu bekommen. Denn ist der Jugendliche minderjährig und besteht im Nachhinein beispielsweise auf seine Unmündigkeit im Bezug auf Internetgeschäfte, kann umgekehrt sogar die Internetfirma rechtliche Schritte einleiten. Sie verweist meist auf ein Mindestalter in den allgemeinen Geschäftsbedinungen (AGBs). Hat der Jugendliche zur Anmeldung aber genau das absichtlich umgangen um überhaupt Leistungen in Anspruch nehmen zu können, steht nun echter Ärger ins Haus. Vorsicht sei auch immer geboten bei Stichworten wie „IQ-Test” oder „Internetspiele”, so die Verbraucherberaterin. Nur wenige Webseiten böten tatsächlich absolut kostenlose Leistungen an. Und eine weitere Tatsache sollte unbedingt berücksichtigt werden, wenn im Internet nach persönlichen Daten gefragt wird: Der Adressen-Handel in der Werbebranche blüht. „Bei vielen Firmen ist gar kein Widerspruch dagegen möglich”, so Olek-Flender, „die machen es einfach.” Internetnutzern sei ohnehin kaum mehr bewusst, wo sie bereits ihre E-mail oder Postadresse hinterlassen hätten. „Nur natürlich” sei da eine Flut von Werbeanzeigen und -mails. Immerhin in einem Verbraucherschützer-Forum sind Tricks nachzulesen, die den Adressenhändler zumindest auffliegen lassen: Einfach eine E-Mail Adresse für eine spezielle Internet-Registrierung anlegen, sie nicht preisgeben oder weitersagen und am Ende sehen, wer alles schreibt. Etwas umständlicher gibt's Datenschutz auch mit diesem Satz, per Mail an den Dienstleister geschickt: „Ich widerspreche der Weitergabe meiner Daten zu Werbe- und Marketingzwecken.” Auch auf die Verbraucherzentrale kann allerdings fest gezählt werden. Sie berät nicht nur Opfer, sondern erteilt auch vorab ausführliche Informationen.
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