Wichtigstes Lebensmittel streng kontrolliert
22.06.2007 | 06:38 Uhr 2007-06-22T06:38:40+0200Hagen. Trinkwasser ist mit Abstand das wichtigste Lebensmittel. Deshalb kennen die Behörden kein Pardon, wenn es um die Qualität und Reinheit geht. Karlheinz Böhm ist Gesundheitsingenieur bei der Stadt und seit 27 Jahren Gralshüter des Hagener Trinkwasser
Westfalenpost: Herr Böhm, wie sauber ist unser Wasser?
Karlhein Böhm: Die Qualität ist gut, sie entspricht voll den strengen gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasser-Verordnung. Ich arbeite seit 1981 in der Trinkwasseraufsicht. Seither, so kann man sagen, ist die Qualität sogar besser geworden. Zum Beispiel nimmt die Nitratbelastung (ausgelöst durch Überdüngung) stetig ab.
Frage: Wie eng ist denn das Netz, das die Trinkwasserqualität überwacht?
Böhm: Aus dem Jahr 2006 liegen mir hier 2300 Analyseergebnisse vor, die allein am Ausgang des Wasserwerks Hengstey erhoben wurden. Dazu kommen 1000 Einzeldaten, die wir an vier Entnahmestellen im Leitungsnetz erhalten. Natürlich prüfen wir auch 350 Objekte, also Altenheime, Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen. Abgerundet wird die Überwachung durch gut 20 000 Daten, die der Wasserwerksbetreiber SEWAG (Mark-E) im Wasserwerk Hengstey erarbeitet. Insgesamt kann man die Überwachung mit Fug und Recht als lückenlos bezeichnen.
Frage: PFT, also per-fluorierte Tenside, haben in der jüngsten Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Wie sieht es damit in Hagen aus?
Böhm: Das wird regelmäßig überwacht. Der Wert im Trinkwasser liegt derzeit bei 50 Nanogramm. Der Zielwert ist bei 100 Nanogramm festgeschrieben, wer sein Leben lang dieses Wasser trinkt, muss nicht mit einer Gesundheitsgefährdung rechnen.
Frage: Wie stehen Sie zur Diskussion um die Wiederinbetriebnahme der Hasper als Trinkwasser-Sperre.
Böhm: Eine zweite Eigenwasserversorgung täte der Stadt gut - selbst wenn sie nur 20 Prozent des normalen Bedarfs deckt.
Mit Karlheinz Böhm sprach Torsten Berninghaus.
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