Mit dem Frühling kommen...
Wer aufpasst, hat nichts zu befürchten
16.03.2010 | 16:29 Uhr 2010-03-16T16:29:00+0100
Zum Ende der Woche soll endlich der Frühling bei uns Einzug halten. Bei den milderen Temperaturen werden allerdings auch die Zecken wieder aktiv. „Ab sieben Grad Bodentemperatur suchen sie sich aus dem Stand heraus ihren Wirt”, sagt Dr. Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena.
Zecken übertragen diverse Krankheiten und stellen nach Ansicht der Unfallkasse NRW, die gestern einen Fachkongress zum Thema ausgerichtet hatte, dadurch eine unterschätzte Gefahr dar. Die in unseren Breiten am häufigsten übertragene Krankheit ist die Borreliose. In der Frühphase sind die Symptome einem grippalen Infekt (ohne Husten und Schnupfen) ähnlich. In diesem Stadium kommt es häufig zu Muskel- und Gelenkschmerzen, die durchaus mit chronischen Schmerzerkrankungen verwechselt werden können. Ein Verschwinden der Symptome bedeutet außerdem nicht, dass die Erreger eliminiert sind. Eine zweite Krankheit, die allerdings nicht in NRW, sondern eher in Bayern, Österreich oder dem Baltikum vorkommt, ist die Frühsommer-Meningeonzephalitis (FSME). Im Gegensatz zur Borreliose gibt es dagegen aber sichere und zuverlässige Impfstoffe.
Doch trotz erhöhter Zeckenaktivität, müssen Naturfreunde den Wald nicht meiden. „Sie sind immer willkommen im Wald”, betont Frank-Dietmar Richter, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW. Es gelte lediglich, einige Dinge zu beachten. Da die Zecken in Gräsern und Sträuchern leben, sollten bei einem Waldspaziergang die Hauptwege nicht verlassen werden. Auch bei überhängender Vegetation ist Vorsicht geboten. „Dort warten die Tiere auf den Spitzen auf ihre Wirte. Wenn Sie dort vorbeigehen, streifen Sie die Zecken ab wie ein Staubsauger”, warnt Süss. Zudem bietet sich bei Waldgängen helle Kleidung mit engen Bündchen an. Diese erschweren es den Holzböcken, an dünne oder feuchte Hautschichten zu kommen. Dort docken sie am liebsten an.
Hell sollte die Kleidung sein, damit man die Tiere selbst bessser sehen kann. Den Krabblern selbst ist das egal, sie haben keine Augen. Ideal ist es, Kleidung nach einem Spaziergang zu waschen. Doch auch das ist nicht der Weisheits letzter Schluss. „Studien haben ergeben, dass Zecken auch 60 Grad im Trockner oder einen Waschgang überleben”, so Dr. Süss.
Wer im Wald unterwegs war, sollte sich oder seinen Hund im Anschluss gründlich nach Zecken untersuchen. „Die meisten Krankheitserreger kommen aus dem Darmtrakt der Zecken. Das heißt, bevor sie Erreger an etwa den Menschen übertragen, vergehen bis zu zwölf Stunden”, so Süss. Genug Zeit, das Tier fachgerecht mit einer Pinzette zu entfernen.
Wer allerdings über Symptome klagt, wie sogenannte Wanderröte oder Fieber, sollte nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. „Eine frühe Diagnose verhindert das Schlimmste”, weiß Lieske. „Sonst drohen teilweise dramatische Entwicklungen.” Der Zeckenexperte Dr. Süss jedoch beschwichtigt: „Wir haben gute Erkenntnisse. Wenn wir die in die Bevölkerung tragen, haben wir gute Chancen, die Geißel aus dem Wald zu bekämpfen”, ist sich Süss sicher.
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