Wenn Nonnen mit Mafiosi pokern. . .

Letmathe..  Pokern um Oblaten. Es gibt wahrlich spannendere Freizeitaktivitäten. Für die Nonnen im Kloster „Am Burgberg“ bedeutet das Bluffen und Setzen um den Leib Christi aber Hochspannung pur, darf die strenge Mutter Oberin (Jutta Goeke), Vorsteherin des Klosters, doch nichts von dem heimlichen Vergnügen mitbekommen. Die Zuschauer im Saalbau hatten am Samstagabend bei der ausverkauften Premiere von „Nonnenpoker“ ebenfalls viel Spaß an der heimlichen Zockerei. Die Volksbühne Grürmannsheide inszenierte die selbst geschriebene Komödie aus der Feder von Jennifer Hülser in drei Akten, die die Lachmuskeln im Publikum ordentlich strapazierten.

Mafiosi reisen direkt aus Rom als „Kloster TÜV“ an

Als sei die Vorstellung von Poker-Nonnen nicht schon witzig genug, trieben es die Akteure auf die Spitze, als die windigen Mafiosi Salvatore (André Bornhöft) und Antonio (Dirk Dörrier) wie aus dem Nichts an der Klostertür klopften, um sich eine billige Unterkunft für ein, zwei Tage zu sichern. „Wir kommen direkt aus Rom vom Kloster-TÜV“, versicherte Salvatore mit einem breiten Grinsen. In Wirklichkeit wollten er und sein Kumpane die Zeit in der Abtei aber nutzen, um den Kloster-Schatz zu finden. Sie hatten sich zuvor nämlich in eine äußerst missliche Lage manövriert: Salvatore hatte sich aus einem Koffer mit viel Geld bedient, und seinen „Big Boss Valencia“ (Heidi Dahmen) so um eine Stange Geld erleichtert. Der Schatz sollte die Differenz wieder ausgleichen. In der Folge entwickelte sich auf der Saalbau-Bühne ein Katz- und Mausspiel. Auf der einen Seite die Nonnen, die den vermeintlichen Gästen aus Rom auf die Schliche kamen, auf der anderen Seite die Mafiosi selbst, die keine Gelegenheit ausließen, um das Kloster auf links zu drehen und den Schatz zu finden.

Das Publikum honorierte die Leistung der Laienschauspieler mit viel Applaus und lautem Lachen. Sogar stimmlich zeigten sich einige Zuschauer in Hochform, als sie in das „Danke für diesen guten Morgen“ aus dem Mund von Schwester Agathe (Manuela Moltkau) einfielen.

Strip-Poker bringt Halle in Wallung

Völlig in Ekstase geriet der Saal, als Salvatore und Antonio nach einer feuchtfröhlichen und mit Messwein garnierten Partie Strip-Poker mit Schwester Lucy (Morena Hoffmann) leicht bekleidet auf die Bühne stolzierten. Letztere spielte die angetrunkene Nonne sehr überzeugend und stellte angeschwipst fest: „Die Mafiooosiii sind nackelig im Keller!“

Zum Ende des zweiten Aktes kam es, wie es kommen musste. Es wurde weder um Oblaten, noch um Klamotten gepokert, sondern um Bares: Kloster-Schatz und Geld-Koffer waren die Einsätze. Gut für die Nonnen, dass Schwester Eva-Maria (Katja Schulte-Beckmann) auf wundersame Weise einen „Royal Flush“ nach dem anderen auf der Hand hatte. . .