Wenn aus Deniz Dennis wird

Dortmund..  Fanta ist erlaubt, Adermann und Jesus auch, selbst Dior oder Johannes-Marie sind es. Sagen deutsche Richter. Tom Tom geht nicht, Borussia und Pfefferminze scheiden als Vornamen auch aus, da können Eltern klagen, wie sie wollen. Dortmunder Eltern sind eher pflegeleicht, nennen ihre Kinder Marie und Alexander, und dennoch beschert das Namensrecht dem Standesamt Mehrarbeit. Vor allem dann, wenn Vor- oder Familienname geändert werden sollen.

Dies war in diesem Jahr schon bei 21 Familien- und neun Vornamen der Fall. 2014 wurde 72 Mal die Änderung des Familiennamens und 26 Mal die des Vornamens beantragt. Aus einem Heinrich wurde ein Henrik, aus einem Deniz ein Dennis. Dabei bedeutet der türkische männliche Vorname übersetzt geradezu lyrisch „das Meer“.

Unaussprechlich

Es komme sogar öfter vor, dass deutsche Staatsangehörige türkischer Herkunft eine Angleichung ihres Namens wollen, wohl aus Integrationsgründen, vermutet Walter Ohsieck.

Seit 25 Jahren ist Ohsiek Standesbeamter in Dortmund und sieht mit der zunehmenden Internationalisierung – über 170 Nationen wohnen in Dortmund – auch einen höheren Bedarf an „öffentlich-rechtlichen Namensänderungen“, wie es im Gesetz heißt.

Da ist zum Beispiel die deutsche Frau, die einen Ausländer mit – für hiesige Zungen – unaussprechlichem Namen geheiratet hat, und man einigt sich auf eine vereinfachte Version beim gemeinsamen Nachnamen.

Erkennbares Geschlecht

Oder es ist nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Vornamen handelt. Seitdem das Oberlandesgericht in Brandenburg ein verbindliches Urteil für die Standesämter dazu sprach, könnten Männer italienischer Herkunft mit dem Vornamen Andrea Probleme bekommen.

Oder Frauen jugoslawischer Herkunft mit dem Vornamen Sascha. In einem Fall wurde dem „Sascha“ ein eindeutig männlicher Vorname drangehängt und dann in dieser Form vom Dortmunder Standesamt beurkundet.

In einem anderen Fall hatte ein nigerianischer Vater Glück, dass sein Sohn vor der Urteilssprechung geboren wurde. Er durfte ihn Kaylian nennen, nicht zu verwechseln mit Kilian. Kaylian ist ein weiblicher Vorname, aber mit Bestätigung des nigerianischen Konsulats akzeptierte Walter Ohsieck den Vornamen auch für einen Sohn