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Bildung

Weitere Schulen in Hagen stehen ohne Eingangsklassen vor dem Aus

13.11.2012 | 21:00 Uhr
Weitere Schulen in Hagen stehen ohne Eingangsklassen vor dem Aus
Die Realschule Emst darf keine Eingangsklasse mehr bilden.Foto: Kleinrensing

Hagen.   Der Schulausschuss der Stadt Hagen hat beschlossen, dass die Realschule Emst sowie die Hauptschulen Vorhalle und Altenhagen keine Eingangsklassen bilden dürfen. Auch die Grundschule Regenbogen steht vor dem Aus.

In Anbetracht der teils hitzigen Diskussionen um die zukünftige Gestaltung der Schullandschaft war die Einmütigkeit überraschend, mit der der Schulausschuss am Dienstag die Abwicklung der Realschule Emst und der Hauptschule Altenhagen beschloss.

Einstimmig beschloss das Gremium, dass beide Lehranstalten im nächsten Jahr keine Eingangsklasse mehr bilden dürfen. Lediglich Ursula Bartscher (Die Linke) enthielt sich im Falle der Realschule Emst der Stimme, Hannelore Fischbach (CDU) erklärte sich als ehemalige Lehrerin auf Emst für befangen. Die Hauptschule Vorhalle darf im nächsten Jahr zum zweiten Mal hintereinander kein fünftes Schuljahr bilden. Der Beschluss muss am Donnerstag vom Stadtrat bestätigt werden, was freilich als Formsache gilt.

Zum Auslaufen verurteilt

Alle drei Schulen sind damit zum Auslaufen verurteilt, denn die Stadt will bekanntlich ab 2014 mit der Gründung von fünf Sekundarschulen dem demografischen Wandel und dem Aderlass an Real- und Hauptschulen begegnen. Man sei „gezwungen zu reagieren“, erklärte Schuldezernent Christian Schmidt : „Schweren Herzens zwar, aber in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung.“

Die Realschule Emst wird trotz stabiler Anmeldezahlen aufgegeben, um die Realschule Luise Rehling und damit den zukünftigen Sekundarschulstandort Altenhagen nicht zu gefährden. „Das ist bitter“, sagte der Emster Schulpflegschaftsvorsitzende Stefan Kebbekus , der sich überrascht zeigte von der Einstimmigkeit der Entscheidung. Auch Schulleiter Dieter Prepens sagte, die Einmütigkeit der Schulpolitiker habe ihn zwar nicht überzeugt, aber beeindruckt: „Und als Demokrat muss ich bereit sein, das zu akzeptieren.“

Vor dem Aus steht auch die Regenbogen-Grundschule in Hohenlimburg. Lediglich zehn Anmeldungen rechtfertigten nicht die Bildung einer Eingangsklasse, so Schulamtschef Jochen Becker. Den betroffenen Eltern habe man bereits nahe gelegt, sich nach einer Alternative umzusehen.

Hubertus Heuel



Kommentare
15.11.2012
09:46
Weitere Schulen in Hagen stehen ohne Eingangsklassen vor dem Aus
von lale9 | #3

und das Experiment geht noch weiter, demnächst wird die Sau Inklusion durch die Schullandschaft getrieben.

13.11.2012
23:57
Weitere Schulen in Hagen stehen ohne Eingangsklassen vor dem Aus
von Ruhrthaler | #2

Der vielbeschworene "demographischer Wandel" ist ein weiteres neuzeitliches Schreckgespenst mit dem man die Gesellschaft umstrukturiert. Das es grundsätzlich zu wenig Kinder gibt mag ja sein, Kinder sollte es nie genug geben, dass aber in Hagen die Anmeldezahlen sinken liegt wohl eher an der drastisch sinkenden Einwohnerzahl. Wer möchte denn noch als Familie in Hagen leben, wieviel Lebens- Entwicklungsmöglichkeit hat man denn noch in Hagen-besonders in so Brennpunkten wie Vorhalle oder Altenhagen.
Fünf Sekundarschulen werden eingerichtet? Wo kriegen die denn ihre Anmeldezahlen her? Da hätten doch auch sicherlich nur zwei gereicht, bei Beibehaltung "gesunder" Schulen. Anstatt weiterhin auf Altbewährtes zu setzen werden die Eltern duch den Schulstrukturverlust gezwungen auf dieses ungewisse, aber politisch gewolltes, Schulexperiment auszuweichen. Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

13.11.2012
21:16
Entwicklung ist nicht aufzuhalten
von Volmekanaligator | #1

Jetzt vollzieht sich in rasender Geschwindigkeit ein Wandel, der seit vielen Jahren absehbar war. Weniger Geburten, also weniger Kinder, aber gleich viele Schulen. Der demographische Wandel ist also kein Phantom, sondern zeigt sich nun mitten unter uns. Traurig ist weniger, dass Schulen schließen müssen, viel trauriger ist, dass es so wenige Kinder gibt.

Die Entscheidung für Kinder wird aber weder im Ratssaal noch in den Stuben der Verwaltung vorbereitet, sondern an anderer Stelle ...

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