Weiter politische Debatte um die Aufsichtsratswahlen

Hagen..  Auch knapp zwei Wochen nach der Ratssitzung beschäftigen die Wahlen zu den Aufsichtsräten von Enervie und Mark-E weiter das politische Hagen. Dabei waren Christoph Purps (CDU) und Ramona Thimm-Bergs (SPD) nicht wieder in die Kontrollgremien gewählt worden. Stattdessen zogen Frank Dresbach (Linke) und Ernst Schmidt (Hagen Aktiv) ein. Mit ganz unterschiedlichen Stoßrichtungen melden sich Ratsvertreter nun zu Wort. So greift die SPD-Fraktion Hagen Aktiv (HA) an. Fraktionschef Mark Krippner widerspricht der Darstellung, dass die Aufstellung eines eigenen Kandidaten der Wählergemeinschaft eine Ad-hoc-Entscheidung im Rat gewesen sei. Vielmehr habe Hagen Aktiv die Aktion lange geplant. Laut Krippner hätten Hagen Aktiv und die Linke ihren Zusammenschluss mit dem Ziel, je einen Aufsichtsratsposten bei Enervie und Mark-E zu ergattern, von langer Hand vorbereitet. „Gute Argumente, die Zusammensetzung der Aufsichtsräte gerade in Krisenzeiten nicht zu verändern und das parteipolitische Klima im Rat der Stadt nicht zu vergiften, ließen beide nicht gelten.“

Linkspartei, Piraten und Bürger für Hohenlimburg, die gemeinsam die Konkurrenz-Liste für den Enervie-Aufsichtsrat aufgestellt hatten und damit auch erfolgreich waren, kritisieren indes die anderen Fraktionen. „CDU und SPD verfügten über 40 von 62 Ratsmandaten, wollten aber drei Viertel der Aufsichtsräte stellen“, rechnet Linken-Fraktionschef Ingo Hentschel vor: „Dieser Anspruch ist durch das Kommunalwahlergebnis nicht mehr gedeckt.“ Und Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) sekundiert: „Im Rat sind zehn Parteien und Wählergemeinschaften vertreten. Warum nur drei von ihnen – CDU, SPD und Grüne – daran mitwirken sollen, die Geschäfte der so wichtigen Unternehmen zu kontrollieren, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Thorsten Kiszkenow (Piraten) erklärt sich die Kritik an der Purps-Abwahl so: „Man wäre wohl gern unter sich geblieben.“ Diese sei ja durchaus zu verhindern gewesen, betont Ingo Hentschel: „Wenn Herr Purps ein so ausgewiesener Fachmann ist, dann hätte ihn die CDU vor ihrem zweiten Kandidaten Dr. Stephan Ramrath auf der Vorschlagsliste belassen können.“

Hingewiesen wird von der Zählgemeinschaft, dass sich Hagen Aktiv ursprünglich dieser habe anschließen wollen. Dies sei im Februar fest verabredet gewesen; erst einen Tag vor der Sitzung habe Hagen Aktiv die Zählgemeinschaft verlassen.

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