Weihrauch aus Breckerfeld für Vatikan
04.05.2007 | 20:40 Uhr 2007-05-04T20:40:19+0200Breckerfeld. (sie) Was Breckerfeld mit dem Vatikan zu tun hat? Der Weihrauch, den Papst Benedikt zu Ostern verwendet hat, kam mit hoher Wahrscheinlichkeit von hier.
Konstantin Kardonas, weltweit anerkannter Experte für Ikonen, ist auch mit dem Räucherharz im Geschäft. Seit neuestem eben auch mit dem Kirchenstaat.
Natürlich baut er die Weihrauch-Kiefer nicht in Breckerfeld an: Er bezieht sie von einer kleinen Farm im Libanon, die jährlich nur drei bis vier Tonnen des Harzes produziere, dafür sei das seiner Kenntnis nach das beste Rohprodukt der Welt. Das gehe dann an zwei ehemalige Mönche in Griechenland, die sich schon zu ihren Zeiten im Kloster mit Weihrauch-Rezepturen beschäftigt hätten, und von dort zu ihm in den Vertrieb.
Und weil Kardonas von der Qualität des Produkts überzeugt ist, präsentiert er es auch bei seinen Messe-Auftritten - und so wurden Einkäufer aus dem Vatikan darauf aufmerksam. "Die kamen an meinen Stand und waren ganz begeistert. Das hätten sie die ganze Zeit gesucht, haben sie erklärt, und sofort 250 Kilogramm bestellt."
Benedikt-Ikone als Geschenk
Erst dann habe er erfahren, dass die Lieferung nicht irgendwo nach Italien gehe, sondern direkt in den Vatikan.
Ein Zeugnis dafür, dass der Weihrauch aus dem Hause Kardonas von guter Qualität ist, sind die vielen Bestellungen, die ihm ("eilt sehr") auf den Tisch flattern. Aber sehr viel mehr als zurzeit könne er gar nicht liefern, betont er: Dann müsste er von anderen Produzenten zukaufen, und dann wäre die Güte kaum noch zu gewährleisten. Ein Merkmal sei, dass der Rauch keinen Reizhusten auslöse, der Duft aber besonders lange in der Luft hängen bleibe.
Nicht nur das byzantinische Rauchharz hat Kardonas in den Vatikan geschickt: Als Josef Ratzinger zum Papst gewählt worden war, hatte er eine Benedikt-Ikone entworfen und dem neuen Kirchenoberhaupt zum Geschenk gemacht. Diese Benedikt-Ikone hat er jetzt ebenso im Sortiment wie viele andere seiner Kreationen. So werden auch die drei Ikonen fertig gestellt sein, die Kardonas anlässlich der anstehenden Feiern zum 35-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Breckerfeld und Gençay entworfen und gestiftet hat. Mitte Mai fährt der Grieche mit zu den Freunden nach Frankreich.
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