„Warmes Essen spart Energie“

Foto: David Maupilé
Was wir bereits wissen
Er ist ein bekannter Ayurveda-Koch, betreibt in Wuppertal eine Kochschule und schreibt Bücher: Am Samstag kommt Volker Mehl nach Hagen. Der 38-Jährige spricht im Yoga-Studio am ­Buschey über „Ayurveda – das ­Wissen vom Leben“.

Hagen..  Er ist ein bekannter Ayurveda-Koch, betreibt in Wuppertal eine Kochschule und schreibt Bücher: Am Samstag kommt Volker Mehl nach Hagen. Der 38-Jährige spricht im Yoga-Studio am ­Buschey über „Ayurveda – das ­Wissen vom Leben“.

Herr Mehl, der Begriff Ayurveda – zu deutsch Wissen vom Leben – ist trendy und spiegelt einen vermeintlichen Lifestyle wider. Doch wissen die Menschen überhaupt, was sich dahinter verbirgt?

Volker Mehl: Nun ja, die meisten glauben wohl, das Ganze hätte etwas mit Wellness und Yoga zu tun und hinter dem Begriff würde sich irgendwas indisches verbergen.

Und was bedeutet Ayurveda für Sie?

Die indische Heilkunst ist die älteste Medizin der Welt. Ayurveda basiert rein auf den Beobachtungen, die in Jahrtausenden gesammelt wurden. Unsere Omas haben sich schon ayurvedisch ernährt.

Wie meinen Sie das?

Weil man sich einfach von dem ernährt, was man vor der eigenen Haustür, im eigenen Garten, findet. Man kann einfach das zubereiten und essen, was die Natur liefert.

Ganz konkret: Gibt es eine Ayurveda-Regel, eine Empfehlung, die jeder befolgen kann bzw. sollte?

Ein simpler Ratschlag lautet: Nimm alle Mahlzeiten warm zu dir. Denn warmes Essen spart Energie. Der Körper wird weniger belastet, muss weniger Verdauungsarbeit leisten. Ayurveda ist im Grunde genommen ein Energiesparmodell.

Aber viele Ernährungsberater schwören doch gerade auf Rohkost?

Ja, dabei verbraucht kaltes, ungekochtes Essen unnütz viel Energie. Besagte Energie fehlt einem dann aber für andere Dinge. Energiesparende Ernährung gibt einem mehr Power, macht aktiver, man hat keine Schlafstörungen oder Verdauungsprobleme.

Wie sollte eine ayurvedische Mahlzeit aussehen?

Da gibt es eine Faustregel: In einer Mahlzeit sollten möglichst alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten sein. Das Essen sollte also süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zusammenziehend schmecken.

Was versteht man unter zu­sammenziehend?

Wenn sich die Wangen bei einem bestimmten Geschmack zusammenziehen. Das kann bei trocknem Rotwein vorkommen, aber auch beim Verzehr von Granat­äpfeln, Ziegenkäse oder Muskat.

Sechs Geschmacksrichtungen in einem Essen – das klingt extrem aufwendig.

Muss es gar nicht sein. Beispiel: eine traditionelle Kartoffelsuppe. Die Kartoffel schmeckt süß, aber auch leicht zusammenziehend, säuerlich wird sie durch einen Spritzer Zitronensaft, salzig durch Salz, scharf durch Pfeffer, und leicht bitter durch Lauchzwiebeln.

Gibt es Gewürze, die in der Ayurveda-Küche nicht fehlen sollten?

Ich verwende häufig Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom, Zimt und Fenchel. Das sind wahre Grillanzünder – sie helfen fantastisch beim Verdauen. Und wenn man von innen brennt, hat man auch mehr Ausstrahlung.

Wie muss man sich den Abend im Yoga-Studio in Hagen vorstellen?

Es ist ein Info-Workshop mit Verkostung. Ich erzähle über meine ayurvedische Lebens- und Kochart. Und ich bringe für die Teilnehmer Kostproben mit.

Was gibt es zum Probieren?

Ich bereite im Vorfeld ein Gericht aus meinem neuen Buch vor – einen Couscous-Gemüse-Salat mit Ingwer und vielem mehr.