Wann wird die Deponie untersucht?

Iserlohn..  Auch wenn es in letzter Zeit um die Bürgerinitiative „Auf der Emst“ stiller geworden ist, sind die Gegner des Bauvorhabens nach wie vor aktiv. „Und wir werden es bleiben, bis alle offenen Fragen und Bedenken zufriedenstellend geklärt sind“, so Uwe Albert, 2. Sprecher der Bürgerinitiative.

Weiterhin äußert die Bürgerinitiative ihre Befürchtung, dass eine Bebauung des Areals zu verminderter Luftqualität in der Stadtmitte führen würde, da die auf der Emst geplanten Häuser die dortige Frischluftschneise unterbrechen würden. „Am Dienstag dieser Woche hatten wir Akteneinsicht in die Stellungnahme des Märkischen Kreises“, so Ernst Albert. In einem Brief an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens habe der Kreis dazu geraten, „auf die Bebauung im geplanten Umfang zu verzichten“. Des Weiteren liege ihm ein Schreiben von Fritz Schröder, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im MK, und des Umweltbeirates der Stadt an das Baudezernat vor. Darin heiße es ebenfalls: „Die Naturschutzverbände und der Umweltbeirat lehnen die Änderung des Bebauungsplanes Nr. 147 ,Dröscheder Feld’ in dem geplanten Umfang ab.“

Die Bürgerinitiative wehrt sich zudem gegen die Ansicht der Planer von S-Projekt, die in einem Brief an Baudezernent Mike Janke über das Ergebnis der „grünordnerischen Bestandsanalyse“ zum Ausdruck kommt. Darin heißt es, dass die auf der Emst vorhandenen Bäume und Sträucher „nicht erhaltenswert sind“, was bei den Gegnern für Kopfschütteln sorgt: „5000 ermittelte Bäume auf dem geplanten Baugebiet und ihr Beitrag für den Klimaschutz sprechen eine eindeutige Sprache. An ihnen wird der neue Klimaschutzmanager Stefan Marquardt nicht vorbei kommen“, so Jürgen Kemmereit. Auch stünde eine offizielle Stellungnahme der Klimaschutzbeauftragten Ulrike Badziura zum Bauvorhaben noch immer aus.

Untersuchung der Deponie schon 1994 gefordert

Nach wie vor besteht die Forderung der Bürgerinitiative nach einer Untersuchung des Mülldeponiekörpers Auf der Emst, um eine Gefährdung der neuen Bauherren im Falle einer Bebauung auszuschließen. „Außerdem wird es auch Zeit, die latent vorhandenen Ängste der derzeitigen Anwohner endlich zu beseitigen“, so Ernst Albert. Schon 1994 sei der Stadt in einem Gutachten die gründliche Untersuchung der Deponie dringend empfohlen worden.

Massive Kritik äußert die Bürgerinitiative zudem an der Tatsache, dass das geplante Baugebiet für Familien gedacht ist, denen es „finanziell nicht so gut geht“. „Das ist gut gemeint, aber nicht wirklich durchdacht“, sagt Ernst Albert und fragt: „Wie soll es diesen Familien denn finanziell gehen, wenn spätestens nach der Zinsbindung höhere Kosten aufzubringen sind?“