Walter Eisler präsentiert Bauwerke und Königsbilder

Museumsdirektor Tayfun Belgin eröffnet die Walter-Eisler-Ausstellung in der oberen Galerie.
Museumsdirektor Tayfun Belgin eröffnet die Walter-Eisler-Ausstellung in der oberen Galerie.
Foto: Yvonne HInz
Die Ausstellung „Krasnaja Snamija“ zeigt 35 Bilder des Künstlers Walter Eisler und wird am heutigen Donnerstag um 18.30 Uhr im Osthaus-Museum eröffnet.

Hagen-Mitte.. Die Ausstellungen in der oberen Galerie des Karl-Ernst-Osthaus-Museums sind keine opulenten, von langer Hand geplanten Werkschauen, sondern recht spontan angelegte, kleinere Präsentationen von Künstlern. Wie die Ausstellung „Krasnaja Snamija“, in der etwa 35 Bilder von Walter Eisler zu sehen sind. Die Ölgemälde, denen eine flächige Farbigkeit und ein eher statischer Charakter zu eigen sind, sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden.

Eisler malt einzelne Bauwerke, stark reduziert und ohne Dynamik, die meist frei und ohne Bezug im Raum stehen. Wie die Elektrozen­trale der Fabrik Krasnaja Snamija („Das rote Banner“), die im heutigen Sankt Petersburg steht und an einen Schiffsrumpf erinnert. Es ist das Hauptwerk der gleichnamigen Ausstellung, die heute Abend im Osthaus-Museum eröffnet wird. Auch hier gilt: Das im Bauhaus-Stil abgebildete Fabrikgebäude wirkt starr in die Szenerie hineingesetzt, genau wie der Einsteinturm in Potsdam oder das Kaufhaus Schocken.

„Das Kaufhaus Schocken wurde Ende der 20er- Jahre von dem namhaften Architekten Erich Mendelsohn in Stuttgart errichtet. Das architektonisch auffällige Gebäude wurde im 2. Weltkrieg durch Bombentreffer beschädigt und brannte aus, konnte allerdings nach dem Krieg wieder aufgebaut werden. 1960 wurde es von der Stadt Stuttgart dann allerdings zum Abriss freigegeben“, erläutert Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus-Museums, den Hintergrund des Gebäudes, das Eisler als Motiv für ein großformatiges Ölgemälde gewählt hat.

Kunst mit Ost-Symbolik

„Die Architektur von Mendelsohn kommt in vielen Eisler-Werken zum Ausdruck“, fährt Belgin fort. „Außerdem“, attestiert der Museumsdirektor, habe Eislers Malerei deutliche Wurzeln im Osten und spiegele eine regelrechte Ost-Symbolik ­wider. Wie das blaugrundige, hochformatige Bild „Der Magier“; die Figur steht stellvertretend für einen ­Weltenschöpfer. „In Ostdeutschland hatte man früher eben nicht viele Freiheiten“, erinnert Belgin.

Und das ebenfalls in der oberen Galerie zu sehende Werk „Die Reise (des Königs) III“ bildet keinen starken, stolzen Monarchen, sondern einen müde und schwach wirkenden alten Mann am (Kreuz-)Stock ab. Das Königs-Bild ist – neben dem Abbild der „Infantin“, das Eisler 2010 gemalt hat, eines von wenigen Motiven, das Menschen zeigt. Industrieszenarien und streng konstruiert wirkende Bauwerke sind eben eher sein Metier.